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Finessen für die Sicherheit Übungsleiterfortbildung schließt Wissenslücken
München. Im Kanuclub der Turngemeinde München (TGM) fand unter der Leitung von Gert Molewski und Jochen Scholler als Co-Referent der Übungsleiterfortbildungslehrgang „Sicherheit“ statt. Ganz besonders erfreulich war, dass Ressortleiterin Martina Schmidt das Lehrgangsteam mit ihrer Anwesenheit beehrte. Außerdem erfreuten der BKV-Vizepräsident Oliver Bungers und Wolfgang Baude, Lehrteam/Lizenzen das Lehrgangsteam mit einem Kurzbesuch.
Im offiziellen Ausbildungsteil stand zunächst ein wenig Theorie auf dem Programm. Jochen erarbeitete zusammen mit den Lehrgangsteilnehmern die notwendige Ausrüstung im Wildwassersport wie Bekleidung sowie Sicherheitsausrüstung im Boot. {rokbox}images/ausbildung/IMG_0907.jpg{/rokbox}
Auf dem Gelände des TGM übten wir den Aufbau von Flaschenzügen sowie hilfreiche Knotentechniken. Dabei mussten einige Teilnehmer erkennen, dass der Flaschenzug in der Theorie zwar irgendwie einleuchtend ist, der schnelle Aufbau in der Praxis aber teilweise große Schwierigkeiten bereitet, wenn man nicht die nötige Übung dafür hat. So wurde der Flaschenzug "bis zur Vergasung" exerziert, bis ihn jeder "aus dem FF" beherrschte.
Mögliche Rettungstechniken wurden in der Theorie erläutert, ehe diese mit pünktlich einsetzendem Regen auf dem TGM-Gelände und dem angrenzenden Kanal in der Praxis geübt werden sollten. Nachdem sich alle in ihre Paddelklamotten geschmissen hatten, wurden zunächst Trockenwurfsackübungen auf der Wiese abgehalten. Aber es kam keiner drum herum, noch ein kühles Bad im Kanal zu nehmen - doch einmal im Wasser, fing es sogar an Spaß zu machen. Und so wurden verschiedenste Rettungsübungen, wie die Rettung mit dem Wurfsack, Springersicherung sowie das Auslösen des Cowtails trainiert.
Nachdem alle wieder die nassen Klamotten gegen trockene getauscht hatten, konnte dieser erste Lehrgangstag mit einem sehr positiven Feedback der Teilnehmer abgeschlossen werden, und man ging gemeinsam in den Biergarten, wo in fröhlicher Runde zu Abend gegessen wurde.
Ganz war der Tag allerdings noch nicht zu Ende. Als Abendprogramm wurden die Teilnehmer noch mit Informationen über den Europäischen Paddelpass (EPP) versorgt, über den die wenigsten so richtig Bescheid wussten.{rokbox}images/ausbildung/IMG_0918.jpg{/rokbox}
Der zweite Lehrgangstag begann mit der Theorie über Sicherheitsaspekte und Gefahrenkunde im Wildwasser. Anschließend wurde der Prusikknoten geübt. Der Prusikknoten kommt aus dem Klettersport und kann auch für uns Paddler in manchen Situationen sehr hilfreich sein, z. B. um irgendwo aufzusteigen oder etwas an einem gespannten Seil zu befestigen, beispielsweise bei einem Flaschenzug.
Bevor es mit Praxisübungen weitergehen konnte, musste der Hänger beladen werden. Zuvor wurden mögliche Ladetechniken, sowohl mit dem Gurt als auch mit dem einfachen Seil, erläutert und geübt. Sogar bei diesen alltäglichen Aufgaben eines Paddlers mussten einige feststellen, dass es doch ein paar Finessen in der Ladetechnik gibt, die nicht jedem bewusst sind.{rokbox}images/ausbildung/IMG_0939.jpg{/rokbox}
Auf dem Floßkanal standen weitere Praxisübungen zu den Thema Sichern, Retten und Bergen an. Das so genannte „Sauloch“, eine Stromschelle in der Floßgasse, eignet sich optimal für Sicherheitsübungen. In zwei Gruppen sollten die Teilnehmer zunächst vom Ufer aus an verschiedenen Positionen bergen, retten und sichern. Eine weitere Gruppe musste gerettet werden. So wurden die verschiedenen Übungen wie Springersicherung, Sichern und Retten mit dem Wurfsack, die wir schon am Vortag geübt hatten, nochmals intensiv unter erschwerten Bedingungen trainiert.{rokbox}images/ausbildung/IMG_1002.jpg{/rokbox}
Im „Schaukelpferd“ lag der Schwerpunkt auf dem Bergen vom Boot und vom Ufer aus unter erschwerten Bedingungen. Wir bauten eine Seilüberspannung auf, die auch eine interessante Möglichkeit der Absicherung darstellt. Hierbei konnte jeder persönlich erfahren, dass nur die Bergung in der Rückenlage die Atmung sicherstellt, unabhängig von der Stärke der Strömung.
Am Nachmittag gab es eine letzte Theoriestunde mit dem Thema Vermeidung von Gefahren im Wildwasser gab. Dabei wurde unter anderem auf die richtige Positionierung beim Sichern oder das Vorgehen beim Bergen eines verklemmten Kajaks eingegangen. Mit dem gleichermaßen unterhaltsamen wie lehrreichen Video „Dr. Throwline“ fand der Lehrteil einen amüsanten Ausklang.
Zum Abschluss wurde der Lehrgang bei Kaffee und Kuchen noch mal im Ganzen reflektiert. Jeder Teilnehmer konnte sich zum Lehrgang, zu den gemachten Erfahrungen und Dingen, die man gelernt hat, äußern sowie Anregungen etc. geben. Mit der hier praktizierten Mischung aus Praxis und Theorie und einer sehr angenehmen und fröhlichen Atmosphäre fiel die Bilanz der Teilnehmer äußerst positiv aus.
Jeder konnte einige Dinge aus dem Lehrgang mitnehmen und so mit einem guten Gefühl die Heimreise antreten. Für die äußerst gelungene Veranstaltung geht ein großes Dankeschön an den Lehrgangsleiter Gert Molewski und seinen Co-Referenten Jochen Scholler.
Christian Paffenholz, LKC Lindau
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