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Lehrgangsbericht
Sicherheit an der Küste und auf Seen
15 . – 17. 07. 2011
Staffelsee – Große Birke
Vom 15.-17.07.2011 wurde durch den Ressortleiter Sicherheit des Bayerischen Kanuverbandes und den Bezirk Schwaben des Bayerischen Kanuverbandes ein Sicherheitslehrgang für die Befahrung von Küsten (Zielrichtung Mittelmeer), Großgewässern und Seen mit Standort Große Birke im Staffelsee angeboten.
Zum zweiten Mal in Folge stand dieses Angebot im Sportprogramm des Deutschen Kanuverbandes. Mit neun Teilnehmern war die Veranstaltung zu 75% ausgelastet. Es nahmen Teilnehmer aus fünf Vereinen, vier Bezirken und zwei Landesverbänden teil. Die Teilnehmer waren mit unterschiedlichen Booten vertreten. Die Mehrzahl war mit Seekajaks, bzw. ähnlichen Tourenbooten gekommen. Es war aber auch ein Zweierfaltboot und ein Zweier Schlauchcanadier vertreten. Es konnte für alle Boote ausgebildet werden
Die Kenntnisse der Teilnehmer waren sehr unterschiedlich, was die Paddelerfahrung aber auch die Reviererfahrung angeht. Dies stellte sich aber nicht als Hindernis dar, eher profitierten beide Seiten davon. Das im Jahr 2010 erstmals erprobte und in diesem Jahr in vielen Teilen überarbeitete und verfeinerte Ausbildungskonzept erwies sich als sehr erfolgreich. Es wird in Feinheiten und auch in der Abfolge nochmals optimiert werden.
Der Lehrgang wurde am Freitagabend mit der Teilnehmerbegrüßung, der gegenseitigen Vorstellung und der Vorstellung des Lehrgangsablaufes und der Inhalte eröffnet.
Recht früh ging es für diejenigen aufs Wasser, die am Samstag Frühsport mit dem Semmelholen verbinden wollten. Der offizielle Lehrgangs startete am Samstag um kurz nach neun mit der Einweisung in die Vorbereitung und Orientierung einer Fahrt und der Erstellung einer Marschskizze. Die Teilnehmer wurden in drei Kleingruppen eingeteilt und hatten die Aufgabe festgelegte mit wechselnder Führung anzufahren. Die Ausbilder wechselten von Gruppe zu Gruppe, gaben Unterstützung und Hilfestellung je nach Bedarf. Erstes Ziel war das Gasthaus Alpenblick in Uffing, wo bei einer Brotzeit die ersten Fahrerfahrungen besprochen und offene Fragen beantwortet wurden. Nach der Stärkung ging es mit neuer Aufgabenstellung zur Großen Birke zurück.
Hier wurden die praktische Erfahrung einer Schwimmstrecke bei einer Kenterung durch die Teilnehmer erfahren. Etwa zweihundert Meter vor der Insel wurden den Kanuten die Aufgabe gestellt zu kentern und mit der Ausrüstung an Land zu schwimmen. Realistisch wurde diese Übung durch in der Zwischenzeit aufgekommen Wind. Die Erfahrungen und das optimale Verhalten wurde anschließend auf dem Trockenen besprochen.
In einer nächsten Ausbildungssequenz wurde mit den Teilnehmern die Ausrüstung zur Befahrung von Küste und Seen besprochen. Weiterhin wurden die durch Wetter, Tide, Tages- und Jahreszeit und die Wasserfläche selbst ausgehenden Gefahren besprochen.
Nach einem geselligen Abend und einer ausreichenden Nachtruhe war der Schwerpunkt der Ausbildung des zweiten Tages der Wiedereinstieg auf der offenen Wasserfläche. Vorher wurden die wichtigsten optischen und akutstischen Signale für Wasserstraßen erläutert.
Auf dem Land und in der Theorie wurde das Entleeren des Bootes auf dem Wasser und die verschiedenen Einstiege in die Boote auf dem Wasser gezeigt. Dann ging es in die Praxis. Diese wurde von allen Teilnehmern sehr geschickt und gut bewältigt. Jeder war in der Lage mit Partnerhilfe in das Boot zu kommen, den meisten gelang auch der Soloeinstieg.
Gegen Mittag frischte der Wind auf und ein Wetterumschwung kündigte sich an. Um sicher und möglichst trocken zusammenzupacken und zum Ausgangspunkt zurückzukehren, beschloss der Lehrgangsleiter, dass alle ihre Zelte abbrechen und die Ausrüstung verstauen sollten. Als weitere Ausbildungseinheit wurde die Aufgabe den Teilnehmern gestellt, angesichts der aktuellen Situation eine Fahrstrecke anhand der Karte zu planen, bei der ein möglichst lange Strecke im Lee gefahren wird. Dabei sollte die gesamte Gruppe zur Anlandestelle Seehausen fahren, dort die drei Fahrer anlanden die hier ihre Autos stehen hatten und der Rest des Lehrgangs weiter zum Strandbad Murnau fahren.
Bei auffrischendem Wind mit zunehmender Windstärke war diese Ausbildungssequenz sehr realistisch. Alle gelangten sicher an ihre Bestimmungspunkte. Im Strandbadlokal „S`Platzerl“ fand die Schlussbesprechung statt. Alle lobten den Lehrgang und erklärten, sie hätten sehr viel sehr praxisnah gelernt und würden die Ausbildung nur weiterempfehlen können.
Nachdem an diesem Ausbildungswochenende wir sehr gute Wetterbedingungen hatten, im vergangenen Jahr wir die Ausbildung bei sehr ungünstigen regnerischen Wetterbedingungen gemacht haben, würde ich es als Lehrgangsleiter wie auch als Besucher der Gr. Birke sehr begrüßen, wenn die Möglichkeit bestehen würde, künftig Schutz vor den Unbilden der Witterung in einem Gemeinschaftszelt zu finden, das an möglichst zentraler Stelle der Insel installiert wäre. Vielleicht lässt sich diese Anregung in den nächsten Jahren in die Tat umsetzen.
hier gibt es den Bericht auch als pdf zum Ausdrucken
Stefan Andreas Schmidt
August 2011, RL Sicherheit im BKV |