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Ja, ja – was der Kanusport so alles bietet: Tag 2 der Weltmeisterschaften im Wildwassersprint bot erst einmal Sonnenschein – und dann eine überraschende Goldmedaille durch das C2-Duo Johannes Baumann/Lars Walter! Sie lieferten im Finale ein perfektes Rennen ab und nahmen überglücklich ihre Goldmedaille in Empfang.
Die Goldmedaillen waren diesmal gleichmäßiger verteilt, so dass in jedem Rennen eine andere Nation den Vorzug genoss, bei der Siegerehrung ihre Nationalhymne zu hören: Deutschland, Slowenien und Australien. War Frankreich am ersten Wettkampftag noch übermächtig, musste sich die Grande Nation diesmal mit den Plätzen 2 und 3 im C2 Herren begnügen. Der 4. Platz ging an das deutsche Boot Gregor Simon/Tim Heilinger. René Brückner und Markus Weber kämpften sich auf Platz 9.
Im K1 Herren lag das deutsche Herrenteam - weitgehend geschlossen – im Finale mit den Plätzen 10 (Christian Heil), 12 (Sören Falkenhain) und 15 (Tobias Bong) am Ende der Ergebnisliste. Wie entfesselt fuhr der Slowene Nejc Znidarcic durch den Eiskanal. Er paddelte mit 1:34.61 im ersten Lauf Streckenrekord und konnte diesen mit 1:35.82 im Finale fast noch einmal wiederholen. Die Plätze 2 und 3 belegten Kamil Mruzek (CZE) und Remi Pete (FRA). Die Leistungsspitze im Wildwasserrennsport erwies sich als äußerst eng beisammen liegend, obwohl zwischen den besseren und den weniger guten Fahrern immer noch Welten lagen! Das „Schlusslicht“ bei den K1 Herren brauchte 2:06.53 ...
Zum ersten Mal wurde ein Rennen im C1 Damen ausgetragen mit immerhin sieben Teilnehmerinnen, die sich diese Strecke hinab trauten. „Trauten“ ist in diesem Fall nicht übertrieben – alle hatten ihre Schwierigkeiten. Wichtig schien vor allem, heil im Ziel anzukommen, was nicht allen gelang. Es siegte die Australierin Rosalyn Lawrence. Die Münchnerin Jana Herzog – für ihren Heimatverein Gießen am Start – belegte den 5. Platz.
Viel Mut bewies Otto Marchner, Vizepräsident im Bayerischen Landes-Sportverband. Der Bayerische Kanu-Verband hatte ihn beim Kanutag im März 2011 zu einer Fahrt im Topo-Duo eingeladen – und Marchner traute sich! Florian Franzl, der kurz zuvor im Boater Cross (Fotos vom Boater Cross auf Facebook –> Bayerischer Kanu-Verband) gewonnen hatte, steuerte ihn als Copilot sicher die spritzige Strecke hinab.
Überwältigend war die Stimmung am etwas besser besuchten Eiskanal. Schon an der Geräuschkulisse der nationalen Schlachtenbummlergruppen konnte man nach einigen Läufen die Nation ausmachen, deren Fahrer gerade auf der Strecke waren. Es wäre fast ein Wettvorschlag für „Wetten dass“ gewesen: Wer wird hier angefeuert? Deutschland, Italien, Frankreich und die Tschechei übertrumpften sich fast in der Lautstärke. Nur im Finale droschen alle gleichermaßen auf die Werbebanden am Rande des Eiskanals ein und schrieen sich fast die Seele aus dem Leib – ganz egal, wer die Olympiastrecke von 1972 gerade bewältigte.
Ergebnislisten (Finals) von heute:
K1 Herren
C2 Herren
C1 Damen
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