Jugend-Wildwasser-Woche in Pfunds 2020

Eine so große Gruppe trotz Corona, war das möglich? Die Jugend-Wildwasserwoche fand ja nur im Außenbereich statt und zeigte, dass der Lehrgang auch ohne gesundheitliche Gefährdung ein voller Erfolg sein konnte. Den Spaß gab es für die Teilnehmer und Übungsleiter dann gratis dazu!

Samstag, 25.07.2020

Schon am Freitag reisten einige Teilnehmer nach Pfunds (Österreich) an. Am Samstag waren wir dann alle vollständig. Der Lehrgangsleiter Tim Neupert, BKV-Vizepräsident Jugend, gab den Start in eine aufregende und vielseitige Woche. Unsere Übungsleiter schafften es, innerhalb einer Stunde die Gruppeneinteilung auszuarbeiten, und so ging es am Nachmittag auch schon auf den Inn.

Man sagt ja, Kanufahrer seien wasserscheu … Jedoch wollten einige Jugendliche nicht nur im See schwimmen gehen. Und dann gab es Lukas, der dachte, seine Spritzdecke sei kaputt. Am Fluss stellte er dann beim „U-Boot-fahren“ fest, dass wohl doch sein Boot ein Loch hat, denn die Spritzdecke war kurz zuvor frisch genäht worden.

Sonntag, 26.07.2020

Leider durften wir nicht sofort am nächsten Vormittag zurück auf den Fluss. Doch natürlich haben unsere Übungsleiter uns gut beschäftigt. Sicherheit steht über allem und deshalb auch zeitlich an erster Stelle. Vor allem aber sollte durch ein Team-Spiele unser Zusammenhalt für den Fluss gestärkt werden.

Wir wurden mit verbundenen Augen an ein langes Seil gestellt und sollten nur durch Reden ein Quadrat mit dem Seil legen. In unserer Endbesprechung war sich meine Gruppe einig: Mit unserem Ergebnis konnten wir sehr zufrieden sein.

Auch das alljährliche Üben des Hängerladens gehört dazu. Nächstes Jahr machen wir es bestimmt blind perfekt :). Wurfsackwerfen darf nie fehlen. So übten wir mit kleinen Holzklötzen und einer Holzkönigsfigur. Unseren Klaus K. („der König“), der diese Station leitete, haben wir natürlich ganz gelassen. Er ist ja auch nicht ersetzbar!

Und endlich hatte unser Warten ein Ende! Einige Gruppen fuhren Zams − Imst. Auch die Gruppe von Tim, die nach langem Überlegen ihren Gruppennamen festlegte: "Laberlaberrhababer".
Ich kann dazu nur sagen: ein einzigartiger und ausgefallener Name für eine echt tolle Gruppe.

Doch bevor wir auf´s Wasser konnten, hatten vier Hände noch einen Kampf mit einem sich heftig wehrenden Neoschuh. Der mochte einfach keine Füße. Am Ende musste er sich aber doch deutlich geschlagen geben. Auch muss unser unfassbar gutes Wetter gelobt werden. Unseren Schwimmern wurde trotz Gebirgswasser nicht kalt.

Am Fluss hatten wir dann eine fiese neue Stelle entdeckt, die nicht ganz Ohne war. Natürlich gingen hier auch einige baden. Tim und Lukas versuchten danach, die folgenden Gruppen so gut es ging diese Stelle hinunter zu lotsen - natürlich erfolgreich.

Ein Verkehrsunfall zerstörte an diesem Tag die Bootfahrpläne anderer Gruppen (siehe www.kanu-bayern.de/Jugend/Aktuelles/1080/BKV-Trainer-als-Ersthelfer). Der Teil der Kanuten, der es noch durch den Tunnel schaffte, stand dann teils ohne Material am Einstieg. Der Rest hatte keine Chance mehr, zur Einstiegsstelle zu gelangen. So fuhren sie als Ersatz die „Tösener“. Die Übrigen blieben auf der Imster, und Klaus W. sagte den Wellen im Doppel-Topo mit Marius den Kampf an.

Natürlich gibt es auf den Jugendwochen auch immer mal den ein oder anderen kleinen tierischen Besucher. Julian entdeckte z. B. einen Frosch in seinem Kanu.

Abends war „große Autogrammstunde“: Wir durften die Lehrgangslisten unterschreiben, und Tim händigte uns die tollen neuen Lehrgangs-T-Shirts aus.

Montag, 27.07.2020

Das Nichttesten eines Kanus im Voraus und dann am Einstieg die Feststellung: „Die Spritzdecke ist zu groß!“ – das gibt es zum Glück selten. Ärgerlich ist es aber immer. An diesem Tag passierte es dem kleinen Tim. Andere dagegen hatten Glück. So gab es eine lustige Begegnung: Marius’ provisorisch zwischen Paddeljacke und Schwimmweste eingeklemmte Banane ging verloren. Doch sie war treu und wartete bei den anderen Kanuten im nächsten Kehrwasser auf ihn.

Eigentlich wollten Lukas und die Gruppe Laberlaberrhabarber die anderen mit einer herzlich nassen Begrüßung überraschen. Nur Sebastian musste wohl irgendwoher eine böse Vorahnung gehabt haben, und so kamen sie einfach nicht vorbei. Schade! Dafür übten sie fleißig eine Springersicherung.

Der Abend endete mit einen Erste-Hilfe-Zirkel um den See.

Dienstag, 28.07.2020

Die „Schulser“ stand für einen Großteil der Gruppen auf dem

Programm. In schöner Teamarbeit wurden natürlich die Kernstellen mit Springern gesichert. Und Julius, der „Kampfschwimmer“ aus Donauwörth, wurde nach dem Motto „nur nicht schwimmen“ zum „Rollkönig“ ernannt.

Auch andere Gruppen übten die Springersicherung. Hier stand ein etwas älterer Wurfsack zur Verfügung, der zu flotten Sprüchen herausforderte: „Der ist ja schon fast antik“ - „Antik muss ja nicht schlecht sein, die im Mittelalter war auch nicht alles schlecht ...“

Mittwoch, 29.07.2020

Die Gaudi-Rallye* bestand aus zehn Gruppen und ebenfalls zehn Stationen rund um den Claudiasee.

Bei der Besprechung zu den Stationen fielen dann diese Sätze: „Das wäre dann ein Spiel zum Denken!“ Darauf Klaus K.: „Wer will denn so was?“

Nachmittags ging es entweder zum Bouldern, Bogenschießen oder Chillen am See (Aktionstag).
Roman powerte seine Teilnehmer beim Bouldern richtig aus.
So kam mir am nächsten Tag von einem Teilnehmer zu Ohren, er habe einen kleinen Muskelkater. Ich sagte: Roman hat alles richtig gemacht!

Beim Bogenschießen wurde nicht einfach auf langweilige Zielscheiben geschossen, sondern auf Styropor-Tiere. Hieran fanden vor allem die jüngeren Teilnehmer gefallen.

Am See gab es verschiedenste Angebote. Vom einfachen Nichtstun und Sonnen bis zum Schwimmen im See. Auch Rollentraining oder Freestyle- Übungen wurden angeboten. Das vorhandene SUP war ebenso ständig im Einsatz. Tim zeigte uns einige Yogaübungen auf dem SUP.

Das Abspülteam

Dieses Jahr gab es seine Abwaschgruppe. Die Abspüler wurden jeden Abend ausgelost, indem leere Flaschen in einen Mülleimer geworfen wurden. Nach dem 24. misslungenen Versuch fielen Zitate wie: „Es ist schon nicht, leicht ein Schwandorfer zu sein …“

Donnerstag, 30.06.2020 - kein perfekter Tag!

Nicht nur, dass das ein oder andere Paddelmaterial wurde vergessen (3 Paddel, 1 Helm, 1 Schwimmweste) −es ging auch ein Paddel zu Bruch. Schuld daran muss wohl eine Walze am Pianser Schwall sein. Ein Boot verlor während dem Schwimmen seinen Sitz.

Auch in den Gruppen war es nicht der beste Tag: Bene fand eine Linie zum Vorfahren über einen Stein interessanter als eine normale Führung in Romans Gruppe. Thomas versuchte seine Gruppe mit „Germantouristgroup follow me“ zu ermuntern. Und ein Teilnehmer führte Wolfi eine ganz besondere Schwimmeinlage in der Imster Schlucht auf Höhe der Ötz-Mündung vor.

Freitag, 31.06.2020

Die Sonne hat bei dem ein oder anderem Teilnehmer so ihre Spuren durch Sonnenbrand oder Sonnenstich hinterlassen (die Auswirkungen waren zum Glück nur von kurzer Dauer). Das Wetter zeigte sich in der ganzen Woche nur von seinen schönsten Seiten. Zum Abschluss ging es noch einmal in einen überaus sonnigen Tag.

Zwei Gruppen waren auf der „Imster“ unterwegs - mit fünf Schwimmern ... Trotzdem hielt sie keiner von der langjährigen Tradition ab: den Sprung von einer (sicheren) Brücke in den Inn.

Nach einem Schimmgang im Fluss wurde ein Paddel vermisst. „Wo war es nur?“ Es versteckte sich unter einer Schicht Kies.

Der seit Montag vermisste Hut wollte heute doch lieber wieder zu einem Besitzer zurück.

Die neuen Übungsleiter

Separat zur Jugend-Wildwasserwoche fand heuer zum ersten Mal die Ausbildung zum Trainer Breitensport statt. Freitag nach der Theorie-Prüfung freute sich der Großteil über die neue Lizenz. Und wir Teilnehmer freuen uns auf das nächste Jahr mit unseren neuen Trainern.

Abends beendeten wir noch unsere Gaudi-Rallye. Bei Marion an der Station (Wörterfinden) kam dann die Feststellung: „Bei den Bezeichnungen merkt man, dass die Mädels in der Minderheit sind.“ Bei der Pantomime-Station wurde aus einem Wurfzelt ein Wurfsack gemacht.

Auch gab es noch einmal einen Spüldienst. Dieser erklärte sich freiwillig dazu bereit! Das letzte Mal „Flaschenwerfen“ durfte trotzdem nicht fehlen!

Text: Lucia Weber
Fotos: Lucia Weber, Markus Stürmer, Uschi Zimmermann, Lukas Prügel,
Christoph Mahler, Andreas Appel, Anna Zanker, Roman Kubista, Sebastian Günther

* Gaudi-Rallye:
1. Füßestapeln
2. Mit einem Finger ein Paddel tragen
3. Als Team ein Boot ohne Hände tragen
4. Pantomime
5. Einen mit Wasser gefüllten Becher mit SUP quer über den See transportieren
6. Gruppenlogo + Wörter finden (siehe Rätsel)
7. Kanu mit Wurfsack an´s Ufer bringen
8. Rückwärts blind am Seil laufen

Die besonderen Wochensieger:
1. Platz: Smilla mit „Queen of Pflaster“
2. Platz: „Moritz schwimmt“ (aber eigentlich ist er kein einziges Mal geschwommen)
3. Platz: Marius findet am Bach täglich schöne, braune Frösche

Gepaddelte Flüsse:
Im Großen und Ganzen auf dem Inn
- Campingplatz - Brücke Maria Stein, 8 km
- Zams - Imster Berg, 12 km
- Imst - Haiming (Imster Schlucht), 14 km
- Sanna von E-Werk - Landeck/Mündung Inn, 8 km
- Schulser von Ausgang Ardezer Schlucht - E-Werk Pradella, 8 km
- Giarsun von oberhalb Lavin – Ardez,11 km
- Martina-Strecke von Camping Suren – Martina, 10 km

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