Boots-Verordnung für die Isar

Eine Verordnung, die den Bootsverkehr auf der Isar südlich von München (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) regeln soll, ist schon lange im Gespräch. Jetzt scheint es ernst zu werden … Aktuell fand ein Gespräch beim LRA Bad Tölz statt, an dem von BKV-Seite Präsident Oliver Bungers, der Ressortleiter Umwelt und Gewässer Dr. Stefan Schmidt sowie aus dem Ressort UuG Herbert Gobitz-Pfeifer und Rolf Renner teilnahmen.

Es geht um die Wurst – oder besser gesagt: darum, dass wir weiterhin möglichst ohne Einschränkung auf der Isar paddeln dürfen, auch im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen. Denn die Bootfahrer sind so Manchem ein Dorn im Auge. Und dabei wird nicht zwischen Schönwetter-Schlauchboot-Kapitänen und ausgebildeten Kanusportlern unterschieden.

Sachlich und durchaus konstruktiv verliefen die Gespräche, bei denen u. a. auch die Gründe für eine verschärfte Verordnung angesprochen wurden. Mehr Sicherheit bzw. Naturschutz (Fische/Vögel) werden als Ziele der geplanten Verordnung angestrebt. Doch die Fragen der BKV-Ehrenamtlichen nach Details blieben teils unbeantwortet, z. B. die Frage der Kanu-Funktionäre, ob bei den angesprochenen Unfällen der vergangenen Jahre Alkoholgenuss oder fehlende Schwimmwesten ursächlich bzw. für den weiteren Ablauf der Rettungsmaßnahmen problematisch waren.

Auch der Umweltschutz ist nicht für jeden selbstverständlich, der sich die Isar hinuntertreiben lässt. Verstöße gegen die bestehende Naturschutz-Verordnung werden inzwischen in größerem Umfang zur Anzeige gebracht und geahndet: Die Behördenvertreter sprachen von „bisher 450 Fällen sowie 400 Fälle in Arbeit“. Wie sich diese Verstöße auf Schlauchbootfahrer, Paddler oder „Landnutzer“ verteilen, konnte sie allerdings nicht beantworten. Das Landratsamt Bad Tölz plant, bereits im kommenden Jahr drei Vollzeitstellen für zusätzliche Isar-Ranger zu schaffen.

Eine mengenmäßige Erfassung von Nutzerzahlen liegt wohl nur für den Bootsverkehr vor − und auch dort nur stichprobenartig für einige der „Hochbetriebs-Tage“ an schönen Sommerwochenenden.

Der BKV wies seinerseits auf die besondere historische Bedeutung der Isar hin mit der Erstbefahrung 1905 durch Faltboot-Pionier Alfred Heurich und die Faltbootwerften Bad Tölz. Bis heute ist die Isar als Ganzjahresrevier für die Vereins(jugend)arbeit sowie den Kanusport insgesamt unersetzlich. Der BKV lehnt deshalb jegliche saisonalen Sperrungen (ohne zwingende naturschutzfachliche Erfordernis aufgrund belegbarer/nachweislicher Stör-/Schadwirkungen) entschieden ab. Das vorgesehene Nachtfahrverbot soll an den Sonnenuntergang/-aufgang bzw. den Einbruch der „bürgerlichen Dämmerung“ geknüpft werden.

Die Verbandsvertreter wollten die unbedingt notwendige Verhältnismäßigkeit bei der Abwägung von Schutzgütern (Naturschutz vs. Gemeingebrauch) gewahrt wissen. Nur wer die Natur kennenlernen durfte, dem wird ihr Schutz ein Bedürfnis sein. Mit den Ausbildungen innerhalb des Verbandes, z. B. Europäischer Paddelpass, Schulungen in Sicherheit und umweltverträglichem Kanusport, trägt der BKV zur Wahrung des Naturschutzes bei. Einige der Fahrtenleiter- bzw. Übungsleiterlehrgänge finden seit Jahren auf der Isar bei Lenggries statt. In anderen Bundesländern fand diese fundierte Ausbildung teilweise schon bei Befahrungsregelungen Berücksichtigung.

Scheinbar herrscht großer Druck, noch in 2019 zu einer neuen Boots-VO zu kommen. Diese soll dann umweltschutzfachlich durch ein (noch EU-weit auszuschreibendes) FFH-Gutachten abgesichert bzw. nötigenfalls „nachgebessert“ werden. In diesem Fall wird die FFH-Verträglichkeitsuntersuchung gemeinsam mit Stadt und Landkreis München erfolgen. Die Ergebnisse sind voraussichtlich nicht vor Mitte 2020 zu erwarten.

Der Entwurf der Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs auf der Isar im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt vor - jetzt gilt es, Stellungnahmen zu verfassen (u. a. von BKV und DKV) die vom Landratsamt auszuwerten sind.

Redaktion

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