Mitten ins Herz ....

... des Paddlers ging es über Himmelfahrt. Ammer, Inn, Isar, Loisach, Rissbach und Sanna luden die Teilnehmer des ersten BKV-Wildwasserkurses ein, ihr Können zu verbessern, zu trainieren und auszutesten.

Von Mittenwald aus liegen die “Who is who” Flüsse des Alpenraumes – naja, nicht direkt einem zu Füßen, aber immerhin in anfahrtsfreundlicher Distanz. Neben Traumflüssen gab es Tipps zum Thema Angst („Schokolade hilft“), Vertrauen („einfach den Anderen machen lassen“) und ein sensationelles Grillbuffet, blauer Himmel, blaues Wasser – es musste einfach Liebe sein.

Tag 1: Isar für alle

Damit sich die Übungsleiter ein Bild vom Können und Lerneifer ihrer Paddelschäfchen machen konnten, ging es zum Einpaddeln auf die Isar. Kleinere Schwälle und Stufen waren auch mit dabei, so dass mancher schon herzhaft stützen musste, um Schlimmeres zu verhindern. Aber die traumhafte Kulisse und das türkisblaue Wasser sorgten für gute Laune und Vorfreude auf die nächsten drei Tage.

Damit der Übermut oder das Fracksausen (je nach Können und zu fahrender Strecke) nicht allzu groß wurde, gab einer der Übungsleiter am Abend dann Tipps zum Umgang mit Angst vor, während und nach dem Paddeln – etwas, das auch Profis immer wieder brauchen können. Angst ist nämlich auch wichtig und nützlich.

Tag 2: In der Gruppe geht es besser

Der Donnerstag startete dann erstmal ohne Wasser, dafür mit viel Gruppendynamik. Wie bringt man ein eine Seilschlaufe einmal über, unter und hinter allen Teilnehmern vorbei, ohne die Hände loszulassen? Wie rettet man einen Schatz aus einem Säuresee? Wieviele Paddler passen auf ein Handtuch? Und wie findet man die Rutsche auf dem Spielplatz, wenn keiner etwas sieht?

Es war einiges an Kreativität, Vertrauen, Führungsstärke und Wurfsackeinsatz gefragt – alles Tugenden, die zwei Gruppen an diesem Tag noch brauchen sollten.

Für die einen ging es nämlich auf den Rissbach, wo „S“ und „schräge Rippen“ den einen Mut, den anderen nüchterne Selbsteinschätzung abverlangten. Fahren, nicht fahren? Für alle Entschlossenen wurden Sicherungen aufgebaut, dann hieß es: kanten, stützen, paddeln – und durch! 

Eine andere Gruppe zog es dagegen zu einem echten Landschafts-Sechser: Der Ammer Waldschlucht – Felsen, Wasser, Wellen, und am Ende die Bootsrutsche für ein bisschen Funpark-Feeling. Da schmeckte es bei abendlichen Grillen gleich nochmal so gut.

Tag 3: Der Inn ist ein ruhiger und manchmal auch nicht so ruhiger Fluss

Nachdem die Bratwürste, Grillkäse und Salate am nächsten Morgen gut verdaut waren, zog es einige Teilnehmer zum nächsten Flussjuwel: zum Inn mit der Imster Schlucht und der etwas ruhigeren (und bei dem Wasserstand sehr ruhigen) Strecke ab Haiming.

Wuchtwasser und Walzen – zum Glück für die hasenfüßigeren Teilnehmer bei gutem Wasserstand machbar, und in den ruhigen Passagen wurde dann auch die Rolle geübt. Allerdings stach gegen Ende der Fahrt einige der jugendlichen Teilnehmer unter 60 etwas der Hafer: Der Inn hat neben Schwällen auch schöne Sandbuchten zu bieten, und das vorgefundene Material eignet sich prima für eine kleine Sand-Schlammschlacht. Die Folge: weitere Rollen.

Das Zeug pickt wie Hölle, ehrlich. Aber in dem Alter sind sie einfach am drolligsten.

Für alle, die nach der Imster noch Luft für einen zweiten Run hatten, ging es dann an die Sanna – und für den Rest ins Cafe. Muss auch mal sein.

An anderer Stelle hatte die Gruppe auf der Isar auch mit einigen Ablenkungen zu kämpfen, die sich im Uferbereich aufhielten. Mancher Teilnehmer vergaß angesichts des Badebetriebs gar das Paddeln – Vorsicht! Nicht immer ganz jugendfrei!

Tag 4: An der Loisach ins Paradies (für Schwimmer)

Die Loisach ist ja ganz fraglos ein sensationeller Fluss für Paddler. Nur passt der Wasserstand nicht immer so ganz. Am Sonntag reichte es aber so grade noch, und so booften, stützten und kanteten sich zwei Gruppen durchs Paradies, den Schlitz und das Treppenhaus. Wo für die einen zuviele Steine waren, waren für die anderen geniale Spielstellen.

Nachdem aber bis dahin alle ihr Können gezeigt hatten, beschlossen die Teilnehmer, am letzten Tag ihre Übungsleiter zu fordern. Die schwierigen Stellen wurden mit Bravour gemeistert, man wollte sich ja keine Blöße geben, aber danach: das reinste Schwimmfest! Boote bergen, Schwimmer über den Fluss seilfähren, Handrolle, es war von allem was dabei.

Die Teilnehmer waren am Ende happy, die Übungsleiter richtig platt. Alles richtig gemacht!

Und dann ging es auch schon wieder nach Hause. Schade? Nein, eher ein echtes Happy End.

Wir kommen wieder!

Der BKV Wildwasserkurs I 2016.

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