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Bekenntnisse eines Wiederholungstäters
Ich muss gestehen: Ich bin ein Wiederholungstäter! Ich war zum dritten Mal auf einer Übungsleiter-Fortbildung "Canadier", und werde es wohl nochmals tun. Das heißt auch für den Lehrgangsleiter Christof Waldecker und seine Mitübungsleiter: Sie müssen mich irgendwann in den nächsten Jahren nochmals ertragen.
Nicht, dass ich völlig unfähig wäre, Canadier zu fahren. Ich denke, dass ich mittlerweile mit einem 16 Fuß-Prospektor (4,80 m) ein Gewässer mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen ganz gut meistern kann. Aber bei Christofs Lehrgängen lerne ich immer wieder Neues und kann mich verbessern - auch in diesem Jahr.
Ich hätte die Ausschreibung im BKV-Ausbildungsprogramm besser lesen sollen, denn bei der Anmeldebestätigung hieß es, der Lehrgang findet diesmal in Peißenberg an der Ammer statt. Die Rahmenbedingungen waren hier zum Lernen und Üben wesentlich besser und nicht so berechenbar wie sonst auf der Floßlände. Gut gewählt waren der Campingplatz an der Ammer und die Fahrtstrecke des ersten Tages, direkt mit Zugang zum Fluss und damit wenig Autofahrstrecke. Die Fahrt am zweiten Tag auf der Isar von Bad Tölz bis Einöd war die logische Steigerung des ersten Tages.
Christof Waldecker und sein Team deckten die ganze Bandbreite des Canadiersports ab - von den "klassischen" Spezialisten bis hin zu den jungen alten "Wilden" mit ihren kurzen, kajakähnlichen, dreh- und spielfreudigen Canadiern.
Nach der üblichen Vorstellungsrunde (Fahrkönnen, Bäche, Wünsche für den Lehrgang usw.) lernten die 13 Teilnehmer im theoretischen Teil viel über Material von Booten und Ausrüstung. Aber auch Flusslandschaften wurden besprochen, wie Außen- bzw. Innenkurven gefahren werden und das Verhalten, wenn die Landschaft in Form von Bäumen, Steinen, Sandbänken, Stromschnellen, Wellen und Walzen das Vorwärtskommen auf dem Fluss behindert.
Nach dem Verteilen der Boote auf diversen Autodächern ging es zum praktischen Teil über. Für die Zukunft wäre die Organisation eines Hängers nicht schlecht. Canadier sind doch zum Teil ein wenig sperrig, außer man fährt so ein praktisches Gefährt wie Michi Schleusener.
Wir stiegen an der Straßenbrücke nach Wörth ins Boot - voll bepackt mit genauen Instruktionen über den zu befahrenen Flussabschnitt und die zu erwartenden Hindernisse. Nach fleißigem Üben von Bogenschlägen, Zieh- und Steuerschlägen wie dem J-Schlag und dem so genannten "Deppenschlag" (Ich weiß, dass er nicht so heißt!), folgte die hohe Kunst des Übergreifens. Nett, wenn Mann es nicht gleich kapiert - geht Mann doch dabei in einem klassischen Ausheber über Bord! Es gab Teilnehmer, die ein Lied davon singen können!
Viel Wert wurde auf Kehrwasserfahren (vorwärts, rückwärts), Seilfähre (vorwärts, rückwärts) und das richtige Beherrschen des Bootes beim Befahren des Ammerdurchbruchs gelegt (links).
Zwischendurch konnten wir die Boote anderer Teilnehmer testen oder von Frontfrau auf Steuerfrau wechseln. Auch die Zeit, die uns Teilnehmern zum Ausprobieren gegeben wurde, machte den gut organisierten Lehrgang so angenehm.
Nach einer noch kälteren Nacht als zuvor (Eis auf Zelt) ging es am Sonntag auf die Isar, um das am Tag zuvor Gelernte umzusetzen und zu vertiefen. An der Einstiegsstelle gibt es keine Parkmöglichkeit, aber mit Hilfe eines sehr lecker schmeckenden Rhabarberkuchen backenden Shuttlebunnies waren alle Probleme gelöst.
Diesmal bin ich im Gegensatz zum Vortag alleine gefahren, aber da ich schon so viel gelernt hatte, konnte ich meine sehr schweigsame Sonntagsfrontfrau Sophie trotz Übens in Wellen und Walzen trocken bis nach Einöd bringen.
Susanne Horvath, Lohr
Zum Öffnen der Bildergalerie bitte Foto anklicken (Fotos: Gerhard Loch):

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