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Übungsleiter-Kompaktwoche mit Manöverkritik
Haiming (uz). „Ich bin nur der Dummy – ich muss machen, was mir gesagt wird – ob sinnvoll oder nicht ...“ Und das war auch gut so, denn das Ziel der Übungsleiter-Kompaktwoche Breitensport ist Lernen, Lernen und nochmals Lernen. Auch aus den Fehlern.
Denn im Anschluss an die Führungsfahrten auf den Engadiner Innschluchten von Scuol und Giarsun sowie der Imster Schlucht (die ursprünglich auf der Ötz geplante Führungs-/Übungsfahrt musste wegen Hochwassers verlegt werden) gab es Manöverkritik – sowohl der Teilnehmer wie auch von Seiten des Lehrteams. Zum Lernen für die angehenden Übungsleiter. Auch Fehler sind zum Lernen da!
Sogar das kompetente, seit vielen Jahren erfahrene Lehrteam beansprucht für sich nicht die Allwissenheit. Ressortleiterin Martina Schmidt, zuständig für das Organisatorische der Übungsleiter-Lehrgänge, entlastete Lehrgangsleiter Oliver Bungers in Abrechnungs-, Essens- und sonstigen logistischen Dingen. Der große Rest – die Lehrgangspraxis – ist Sache des Lehrteams. „Team“ trifft hier den Nagel auf den Kopf! Egal, ob Jung oder „Alt“, neu oder schon seit ewigen Zeiten dabei, der Zusammenhalt ist immer spürbar, und auch der Wille, das Konzept stetig zu verbessern. Ein „Das war schon immer so“ gibt hier nicht. Man will erreichen, dass die frisch ausgebildeten Übungsleiter möglichst kompetent ihrer Arbeit in den Vereinen gewachsen sind. Und dass sie mit der hier in der Kompaktwoche gemachten Erfahrungen möglichst selbstbewusst und sicher agieren können.
An Sicherheit fehlte es den Aspiranten manchmal – sogar beim Hänger laden ... Sicherheit war aber auch ein großes Thema im Lehrteam. Auf Grund der Erfahrungen aus dem Lehrgang 2008 bauten die Organisatoren erstmals einen Safety-Day in die Ausbildung ein. Die „Brandy“ bot hierzu zwischen Schlitz und Katarakt perfekte Übungsstellen. Doch das Ergebnis war ernüchternd: „Etwa 30 Prozent der Anwärter hatten noch nie eine Springersicherung gemacht!“, Oliver Bungers klang ob dieser Tatsache leicht entsetzt. Einige Springer hatten bei ihrem Einsatz die Schwimmer nicht getroffen ...
Des Weiteren stellte sich heraus, dass andere noch nie ein Boot geborgen oder sogar einen Wurfsack geworfen hatten. Lehrteam-Mitglied Tobias Schönauer blieb nur die Selbstrettung durch aktives Schwimmen, nachdem ihn beide Wurfsäcke um Welten verfehlt hatten. „Was machen wir für die Zukunft?“ stellte sich dem Lehrteam die wegweisende Frage. Vorschläge wurden bereits diskutiert. Und eines ist sicher: Bei der Sichtung werden künftig strengere Maßstäbe angelegt, auch bezüglich der Paddeltechnik. Denn die Neulinge in den Vereinen sollen von ihren Übungsleitern die bestmögliche Ausbildung erhalten! Ein freiwilliges Technikschulungswochenende als Vorbereitungslehrgang für die Übungsleiterausbildung, das der Sichtung vorgeschaltet werden könnte, wurde in diesem Rahmen auch diskutiert.
Zum ersten Mal hat der BKV parallel eine eigene Praxisausbildung in der Disziplin „Canadier“ durchgeführt. Lehrteams-Mitglied Christof Waldecker wählte jedoch nach anfänglich gemeinsamen Strecken mit den „normalen“ Breitensportlern einfachere Wasserwege für seine Schulung aus. Es ist doch etwas anderes, einen langen offenen Canadier durch die Strömung zu steuern als ein kurzes Kajak.
Auch die Wildwasserrennsportler nutzten zeitgleich die Gewässer um Haiming für ihre Kompaktwoche. Am Safety-Day hatten sich alle gleichermaßen beteiligt, so dass Kompetenz und Manpower von allen genutzt werden konnten.
Neben den 26 Breiten- und fünf Wildwasserrennsportlern hatten elf Slalomfahrer und sechs Kanurennsportler den Übungsleiterlehrgang in Angriff genommen. In der schriftlichen Prüfung fiel ein Teilnehmer durch, in der praktischen waren es sogar drei. Diese Ausbildung darf also keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Auf den Übungsleitern lastet nachher viel Verantwortung, und der Bayerische Kanu-Verband ist deshalb bestrebt, sie bestmöglich auf ihre Aufgabe vorzubereiten.
Mehr Fotos demnächst (noch keine Zeit ... Sorry!)
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