|
Viele Veränderungen im Bereich Aus- und Fortbildung geplant
München. Zwei Lehrgänge zur Übungsleiter-Ausbildung in einem Jahr ist einfach zu viel für das Ressort Aus- und Fortbildung im Bayerischen Kanu-Verband – für die Leiter, aber auch für die Lehrteams-Mitglieder. Deshalb steht jetzt schon fest: Es war der letzte doppelte Lehrgang!
BKV-Präsident Oliver Bungers zeichnete das langjährige Lehrteamsmitglied Dr. Olaf Prölß für seine Verdienste als Referent für Sportmedizin mit der BKV-Ehrennadel in Bronze aus.
Es wird eine ganze Reihe Neuerungen geben, beschloss das Lehrteam bei seiner Ressorttagung: Eine Kompaktwoche ist zeitlich einfacher zu bewältigen als mehrere Wochenenden. Deshalb wird 2011 auch der Übungsleiter-Grundkurs als Lehrgangswoche stattfinden. Zum Skript gab es Anregungen sowie neue Gedanken zum Ort der nächsten Kompaktwoche Breitensport. Die Anfahrt zu den Flüssen ist in Haiming einfach zu weit.
Neue junge Mitglieder wie David Wirthensohn und Moritz Kuhlbars (sie haben gemeinsam mit Jenz Nothaft schon am Sicherheitsskript gearbeitet) brachten die Seite der Lehrgangsteilnehmer in die Diskussion. Die Ausbildung an sich sei super angekommen, die Anforderungen werden aber von den Teilnehmern nicht immer ernst genug genommen. Die Lehrteamsmitglieder forderten deshalb bei Demotivation eines Teilnehmers strengeres Durchgreifen, u. U. sogar den Ausschluss vom Lehrgang.
„Wir sollten uns zur Beurteilung immer vorstellen: Würde ich dem eine Kindergruppe anvertrauen oder nicht?“ Die Reife der oft noch sehr jungen ÜL-Kandidaten war ein Knackpunkt der Tagung. Wie kann man das handeln? Dass am Ende des Lehrgangs der Übungsleiterschein ausgehändigt wird, kann und darf keine Selbstverständlichkeit sein. Das Lehrteam steht in der Verantwortung, ist die einhellige Meinung. Gewisse Zugeständnisse sollten nicht mehr gemacht werden. Von den Teilnehmern könne Disziplin verlangt werden, von den Referenten aber auch Konsequenz. Das Lehrteam stellte sich und seine Anforderungen selbst auf den Prüfstand. Auch das Lehrteam lernt dazu! Der eigene Anspruch an die Qualität der Ausbildung ist hoch.
Die vom Deutschen Kanu-Verband neu geforderte Ausbildung im Komplementärboot war nicht das Non-plus-Ultra. Für die nächste Übungsleiter-Ausbildung will man sich etwas anderes überlegen. 2009/10 wurde erstmals ein eigener Praxisteil für den Canadierbereich angeboten. Für die nächste Übungsleiter-Ausbildung hat sich bereits ein Interessent dafür gemeldet, es sollten aber wenigstens drei Anmeldungen vorliegen, damit die Ausbildung wieder gesondert stattfinden kann.
Die Zulassungsvoraussetzen zur Übungsleiter-Ausbildung (Sichtungskriterien) wurden in schriftlicher Form festgelegt und werden demnächst unter www.kanu-bayern.de -> Ausbildung in die Homepage gestellt. So können sich alle Interessenten im Vorfeld über die spartenspezifischen Anforderungen informieren. Bedingt durch die vielen festgestellten Mängel bei den ÜL-Anwärtern wird es 2011 erstmals einen Vorbereitungslehrgang zum Thema WW-Technik und -Taktik geben.
Aufgrund der angespannten finanziellen Situation im BKV entschloss sich das Lehrteam, die Teilnehmergebühren für den Übungsleiterlehrgang 2011/2012 auf 800,- Euro zu erhöhen. Wegen der schlechten Zahlungsmoral einiger Teilnehmer wird dieser Betrag zukünftig den Vereinen in Rechnung gestellt. Inwieweit die Vereine ihre Teilnehmer an den Kosten beteiligen, wird diesen selbst überlassen. Als Zusatzleistung wird künftig der Erwerb des Rettungsschwimmerabzeichens darin enthalten sein.
Auch das gedruckte Ausbildungsprogramm wird ab 2012 dem Rotstift zum Opfer fallen. Die Lehrgänge werden dann nur noch in der BKV-Homepage und im kanu-kurier ausgeschrieben.
89 Übungsleiter-Lizenzen laufen 2011 aus bzw. stehen zur Verlängerung an. Hierfür werden wir zahlreiche Fortbildungslehrgänge angeboten, u. a. wieder im Bereich Kanusport und Umwelt, neu für den Leistungssport ein Wochenende „Motivation und Fehlerkorrektur“ mit Ski-Langlauf, aber auch Kanusport für Menschen mit körperlicher Behinderung.
Alle Fortbildungslehrgänge stehen nicht nur Übungsleitern offen, sondern – sofern noch Plätze frei sind – jedem Interessierten. 30 Gäste bei 65 Teilnehmern insgesamt haben im Jahr 2010 davon Gebrauch gemacht.
Auch eine Ausbildung zum Fahrtenleiter wird 2011 wieder durchgeführt. Erstmals werden die Teilnehmer einen Ordner mit den Lehrgangsunterlagen erhalten.
Neue Lehrteamsmitglieder sind die Garanten, dass die hoch kompetente Arbeit im Ressort Aus- und Fortbildung auch künftig fortgesetzt wird. Für „Paddelprofessor“ Wolfgang Baude ist ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: Er hat mit Jochen Wagner einen geeigneten Nachfolger gefunden, der das Thema und die Lehrgänge Paddeltechnik weiter kompetent betreut.
Kathi Mikschl hat Umweltbildung studiert und sich auf das Thema Umwelttourismus spezialisiert. Mit einem Ausbildungskonzept macht sie gerade ihren Master: Kompetenz pur und eine Bereicherung für das BKV-Lehrteam! Jochen Scholler wird als künftiger Ressortleiter Kanuslalom aus dem Lehrteam ausscheiden. Für ihn sollen Vroni Schlosser und Andi Pfeiffer die Ausbildung im Kanuslalom übernehmen. |