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Wem noch unklar ist, was Rafting – auch kommerziell betrieben – mit unserem Kanusport zu tun hat, sollte an der alljährlichen ÜL-Fortbildung ‚Rafting + WW‘ teilnehmen. Diese Möglichkeit nutzten Anfang Juli zehn Kanuten; nicht alle zum ersten Mal.
Befahrungsregeln
Unter den kühlen Blicken mit Neuschnee bedeckter Bergwälder begann unser seit Jahren bewährter Raft-Guide Mario mit einer theoretischen Einführung. Hier wurde schnell klar, dass Rafting etwas anderes sein muss, als einfach nur aus Jux und Tollerei einen wasserreichen Wildbach runter zu treiben.
Anders als in Deutschland ist es in Österreich nötig, dass der Bootsführer staatlich geprüft ist, sogar wenn es sich um reines Freizeitpaddeln handelt. Befahrungsregeln mit Schlauchbooten, die regelmäßig zum TÜV müssen, sind ebenso zu beachten, wie zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen.
Gewicht eines Pkws
Jetzt aber Schluss mit Theorie und ab zum Einstieg nach Imst, wo uns jedoch nicht gleich Wellen, sondern erst das vorgeschriebene Sicherheitsgespräch erwarteten.
Zum Einsatz kamen ein mit neun und ein mit vier Paddlern besetztes Boot. Während die ‚erfahreneren‘ Rafter im kleinen Boot die Wendigkeit testeten, konnten die Teilnehmer im großen Boot dieses nach Abstimmung der Grundpaddeltechniken selbst steuern. Diese Herausforderung ließ sich niemand entgehen, wobei besonders beim Kehrwasser fahren klar wurde, dass hier das Gewicht eines Pkws zu bewegen war.
Etwas nässer
Da aber nur geübte Paddler mit einem Blick fürs Wasser das Raft antrieben, war zu anderen Booten - besetzt mit ungeübten Gästen - mehr als nur ein kleiner Unterschied zu bemerken. Feinstform gelang zwar noch nicht immer, was dem Spieltrieb jedoch keinen Abbruch tat. Viel zu schnell kam der Ausstieg in Haiming, wo wir uns für eine zweite Fahrt erholen konnten, bei der es etwas nässer zugehen sollte.
Und so kam es dann auch, wobei aus Kostengründen zwei Kajakfahrer nur noch das große Raft begleiteten. Jetzt standen nicht mehr Paddeltechnik und Kehrwasser im Vordergrund, sondern: Boot verlassen, Wiedereinstieg mit und ohne Hilfe, Wurfsackeinsatz und eine Reihe pädagogischer, spielerischer Maßnahmen. Beim Kentern und anschließendem Aufrichten des Rafts durch Einzelne waren sowohl Kraft als auch Koordination gefragt.
Sich führen lassen
Leider mussten wir feststellen, dass die ‚Memminger‘, eine mehr geliebte als gefürchtete Walze vor der Ötzmündung, weggebaggert war.
Nach so vielen Übungen und neuen, praktischen Erfahrungen war die Gruppenarbeit zum Thema Rafting im Kanusport äußerst ergiebig. Informationen zum BKV durch den Präsidenten, Oliver Bungers, rundeten den Abend ab.
Auch der Sonntag war alles andere als ein Ruhetag, denn heute stand Führungstechnik im Kajak in Theorie und Praxis an. Bei ausschließlich erfahrenen Wildwasserfahrern kamen reichlich Beiträge – besondern auch zum Thema: Sich führen lassen.
Kenterkaffee
Abschließend stellte auf der Unteren Ötz jeder Teilnehmer seine Führungsqualitäten unter Be- weis. Trotz des für die Jahreszeit niedrigen Pegels bemängelten mehrere Walzen fehlende oder misslungene Eskimotierversuche, was wegen der anstehenden Heimfahrt einen Kenterkaffee zu Folge hatte.
Text: Peter Fichtner Fotos: Oliver Bungers, P. Fichtner
Fotos Hermann Siebold:
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