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CPR mit 30:2

Übungsleiter Fortbildung 2011 VI: Sicherheit

Voll bepackt mit Boot und kompletter Wildwasser Schutzausrüstung steuerten 17 Übungsleiter Breitensport, Renn- und Wildwasser-Wandersport sowie ambitionierte das Bootshaus der TG München an.

Vorgeplant waren maximal zehn Teilnehmer, aber die große Nachfrage nach dieser zweitägigen Übungsleiter-Fortbildung ‚Sicherheit‘ machte bei dieser Zahl nicht halt. Gert Molewski und Jochen Scholler waren mit perfekter Vorplanung und gekonnter Durchführung aber jederzeit Herr der Lage. Auch die Teilnehmer trugen durch Teamarbeit und Einsatz zum Gelingen des Lehrganges bei. Schon bei der Vorstellung merkte man, dass die Chemie stimmte.

Mienen erhellten sich

Zuerst die Theorie zur Ausrüstung: Jochen Scholler konnte mit einem großen Materialfundus alle guten, notwendigen und bedenklichen Ausrüstungsgegenstände von Kopf bis Fuß zeigen und bewerten.

Dann schon Praxisarbeit mit Bergungshilfen. Was man so alles mit einigen Wurfsäcken, Karabinern und Rollen basteln kann, ist schon eindrucksvoll. Ein Boot, mit einem Paddler besetzt, über die Wiese zu ziehen, war kraftraubend. Ein Flaschenzug mit zwei Umlenkungen war der Einstieg in die technischen Hilfsmittel, und mit jeder weiteren Umlenkung erhellten sich die Mienen der ‚Zugmannschaft‘ mehr.

Ansprechbar

Zwischenzeitlich war Dr. Birgit Schmid zur Truppe gestoßen. Mit der großen Teilnehmerzahl konnte auch sie optimal arbeiten, weil sie es fertig brachte, drei Übungspuppen und einen Defibrillator zu organisieren.
Schnell waren drei Gruppen gebildet, und jeder praktizierte mit dem nächststehenden Teamgefährten die stabile Seitenlage und vergewisserte sich, ob dieser ‚Verunglückte‘ ansprechbar war und die Atmung funktionierte.

Nachdem alles im Lot war, wurden die Übungspuppen bearbeitet. Kardiopulmonale Reanimation heißt es im Fachjargon. Abkürzung CPR mit 30:2, d. h. 30 Kompressionen des Brustkorbes mit anschließender zweimaliger Beatmung. Aber wir nennen es einfach Wiederbelebung. Es wurde geübt, bis sich die Puppen freiwillig aufrichteten. Im Ernstfall muss man das bis zum Erfolg durchhalten, auch wenn es 30, 40 Minuten oder länger dauert. Ein lockeres Zwiegespräch mit der Referentin brachte für uns alle noch viele wichtige Lerninhalte.

Blinkender Startknopf

Äußerst interessant war dabei der zusätzliche Einsatz eines Defibrillators, einem elektronischen Ersthelfer bei Herz-/Kreislaufversagen. Wie im richtigen Leben mussten wir ein Gerät übernehmen, ohne es zu kennen und bedienen zu können.

Gerät öffnen und los ging es: Eine Stimme sagte uns jeden Arbeitsschritt von ‚Notruf absetzen‘ über ‚Elektroden auf die Haut kleben‘ und ‚blinkenden Startknopf drücken‘ (für den Stromschlag, der das flimmernde Herz in Takt bringen soll), dann kam der Takt-Ton für die obige CPR: tut-tut-tut-………. Ich kann es! Jetzt wissen wir es: es ist ganz einfach, so hilfreich, ideal.

Fliegender Wechsel

Danach ging es weiter mit der Einstimmung auf die Wasserarbeit in der Isar. Wurfsack werfen auf stehende und bewegte Ziele und treffen in allen Variationen waren angesagt. Dann aber das Gleiche im Wasser probieren. Die Teams, bestehend aus Springern und Haltern, waren voll damit beschäftigt, alles zu bergen, was daher schwamm. Dann fliegender Team-Wechsel, und schon ging es wieder rund auf dem Wasser.

Ausklang des ersten Tages war die Einstimmung auf das Thema EPP (Europäischer Paddel-Pass). Die Aspiranten der Stufen 2 und 3 bekamen Gelegenheit, sich auf die Abnahme-Aufgaben am kommenden Tag einzustellen.

Bis jeder Handgriff saß

Den Sonntag begann Gert Molewski wieder mit Theorie. Sicherheitsaspekte und Gefahrenkunde standen im Programm. Die Teilnehmer waren überzeugt, dass vor allem künstliche Einbauten, Unterspülungen, aber auch natürliche Hindernisse wie umgestürzte Bäume, Büsche und frische Lawinenabgänge besonders beachtet werden müssen. Aber auch Pegelstand, Wassertemperatur und Wetter sind ausschlaggebend.

Es folgte Praxisarbeit mit Übungen auf dem Isar-Floßkanal: Hochpaddeln und dann ausgiebig mit Boot und ohne Boot, mit Wurfsack und Spannseil auf und im bewegtem Wasser, in Walzen und auf Wehren geübt, bis jeder Handgriff saß.

Auf Sicht fahren

Unfälle kommen nicht nur auf dem Wasser vor, sondern auch durch unsachgemäße Befestigung der Ausrüstung auf den Transportmitteln. Auch darauf wurde eingegangen.
Weiteres Thema war die Gefahrenvermeidung. Hier ist es wichtig, die Ausrüstung vor Fahrtantritt zu kontrollieren, die äußeren Bedingungen auf den geplanten Flüssen wie Pegelstand, Wetter abzufragen und dann zu entscheiden, ob die Fahrt sinnvoll ist.

#Man sollte sich einem erfahrenen Fahrtenleiter und einer verlässlichen Gruppe anschließen, nie alleine fahren, neue Reviere vorher ausgiebig erkunden und bei kritischen Stellen Markierungen, z. B. Flatterbandmarkierung bei der Ausstiegsstelle oder vor einer Klamm, anbringen. Wichtig ist, auf dem Wasser auf Sicht zu fahren und Ersatzausrüstung mitzuführen.

Keiner ausgeklammert

Alle Schulungs-Themen waren schriftlich untermauert, und wir erhielten alle eine 80-seitige Stoffsammlung als Nachschlagswerk für die Vereinsarbeit, dazu eine Teilnehmerliste und auch alle eine Teilnahmebescheinigung. Jedem Fach-Übungsleiter wurde der EPP Stufe 4 überreicht, den anderen ÜLs und -Anwärtern je nach Leistung der EPP 2 oder 3. Keiner war ausgeklammert. Auch nicht unsere Doktorin, mit einem kleinen Wurfsack als Geschenk - unser Dank.

Der Lehrgangsabschluss war für viele Teilnehmer viel zu früh herangerückt.
Mit Kompetenz und Herz

Ein herzlicher Dank ging an Gert Molewski und Jochen Scholler für die perfekte Vorbereitung und Durchführung des Lehrganges mit Kompetenz und Herz, wie es ein Kollege präzisierte. Im Bootshaus der TG München waren wir herzlich willkommen, und gerne werden alle wiederkommen. Meine Protokoll-Aufgabe wurde erleichtert mit der männlichen Form der ‚Berichterstattung‘. Es waren mehrere Frauen dabei, die sich bestens eingefügt haben und die hoffentlich den Bericht mit einem Augenzwinkern mittragen.

Wir haben alle etwas gelernt und tragen dies gerne in unsere Vereine weiter. Eine wunderbare Fortbildung!

Uwe Klessinger

 

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Geschrieben von: Uschi Zimmermann am Montag, den 08. August 2011 um 11:37 Uhr   
 
 

Ausbildungsprogramm

Flyer Lehrgangsprogr 12
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