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Alles perfekt durchgeplant

Ressorttagung_AuFbGar nicht verkehrte Ausbildung mit „Green-Team“

Erlangen. Es reicht nicht, Chefin über ein 30-köpfiges Team zu sein. Ressortleiterin Martina Schmidt muss (an)leiten, vermitteln, regeln – und auch mal ein sanftes „Machtwort“ sprechen, um alle Standpunkte zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

Darüber hinaus muss sie die Augen offen halten für Änderungen, die auch von außerhalb der bayerischen Staatshoheit auf den Bereich Aus- und Fortbildung zukommen könnten und rechtzeitig die Weichen stellen. Doch auch innerhalb des BKV-Lehrteams schreitet die Entwicklung unaufhörlich – manchmal auch recht unkonventionell – voran.

Die Übungsleiter-Ausbildung 2011/2012 hatte schon vor der Ressorttagung ihre Schatten vorausgeworfen. Der junge David Wirthensohn hatte deren Grundlehrgang im Detail geplant, der hier durchgesprochen und in Kleinigkeiten noch einmal leicht überarbeitet wurde. Der Unterricht in Umwelt soll diesmal bis zu 90 % in der freien Natur durchgeführt werden – also nicht nur Theorie im „stillen Kämmerlein“.

Neuer Lehrgangsordner

„Schreib einfach „Green-Team“ hin“, forderte Jochen Wagner seine Ressortleiterin auf, als es darum ging, einen Referenten für das Breitensport-Wochenende zu den Themen „Kanusport + Umwelt“ und „Kartenkunde“ zu finden.

Doch die Themen drehten sich auch um den neuen Lehrgangsordner. Sind alle Skripte für diesen überarbeitet und ergänzt? Das Inhaltsverzeichnis muss noch darauf abgestimmt werden. Lehrgangstermine, Referenten und Prüfer wurden festgelegt. Aber das Lehrteam benötigt schließlich auch Probanden für die praktische Prüfung und Mitglieder, die die Korrekturen der theoretischen Prüfung durchführen.

Rechenexempel Fortbildung

94 Teilnehmer, davon 28 interessierte Gäste, hatten die Übungsleiter-Fortbildungen 2011 zu einem Erfolg werden lassen. Von elf ausgeschriebenen Lehrgängen mussten nur zwei wegen fehlender Teilnehmerzahl ausfallen. Dennoch wurden 30 Lizenzen nicht verlängert, deren Gültigkeit nun möglicherweise verfällt.

Es ist alles ein Rechenexempel, und so stand auch diesmal wieder zu allererst die große Frage: Wie viele ÜL-Lizenzen stehen 2012 zur Verlängerung an? Nach diesen 32 im Leistungssport und 33 im Breitensport muss sich das Fortbildungsangebot 2012 richten. Um die Kosten dafür zu vereinheitlichen, werden künftig für alle BKV-Teilnehmer die Lehrgangskosten 50,- Euro betragen – exklusive Übernachtung und Verpflegung.

Einheitlich Up to Date

Die Fortbildungslehrgänge im Leistungssport sollen künftig aufbauend bzw. disziplinübergreifend geplant werden: Diese Neuerung soll in den nächsten Jahren alle Übungsleiter auf einen einheitlichen Stand bringen, z. B. einmal Basics up to date. In den Folgejahren soll dann mit den jeweils neuesten Erkenntnissen darauf aufbauend weiterqualifiziert werden.

Nur alle zwei Jahre durchgeführt wird die Ausbildung zum Fahrtenleiter. Peter Fichtner hatte dafür einen Lehrgangsordner erstellt, der 2011 erstmals an die Teilnehmer ausgegeben wurde. „Is net schlecht geworden“, lobte die Ressortleiterin auf echt fränkisch die „Hausarbeit“ aus der Ressorttagung 2010.

Zusatzqualifikation “Behindertensport“

Ein Zusatzmodul „Behindertensport“ wird als neues Angebot auf die BKV-ÜL-Ausbildung aufgesetzt und über den Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS) als zuständigem Fachverband angeboten. Fachleute aus BKV und BVS werden dieses Modul im Rahmen der Kooperation gemeinsam erarbeiten und ein Curriculum erstellen. Das BKV-Lehrteam wird in dieser Arbeitsgruppe durch Christine Wilholm, Gert Molewski und Georg Heckelmann vertreten. Sie sind gefordert, die kanuspezifischen Aspekte wie Sicherheit, Trainingslehre, Methodik und Umwelt einzubringen.

Die Zusatzausbildung „Behindertensport“ umfasst zwei Module mit insgesamt 30 Unterrichtseinheiten und wird am 27./28.10.2012 in Oberschleißheim und am 24./25.11.2012 in Unterjoch/Bad Hindelang durchgeführt.

Übungsleiter „Touring“

Ein „Zahmwasser-Fachübungsleiter“ ist von Seiten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) unter der Bezeichnung „Touring/Allgemein“ in der Planung. Zurzeit werden noch die Voraussetzungen diskutiert.

In Bayern gibt es zurzeit 60 EPP der Basisstufe, 239 EPP 1, 345 EPP 2, 131 EPP 3, 244 EPP 4 und 12 EPP 5, wie die Stückzahlen der vom DKV verkauften Urkunden ausweisen.

Ressortleiterin Martina Schmidt warf die Grundsatzfrage auf, ob der BKV bei der großen Anzahl von EPP 3- und EPP 4-Inhabern in den nächsten Jahren einen Lehrgang zum EPP 4 und EPP 5 anbieten sollte.

Nachfrage nach EPP

„Der EPP ist in meinen Kurse heiß begehrt“, bestätigte Bernd Sachs. Die Nachfrage wird irgendwann kommen, ist man sich sicher. Doch das Lehrteam will weiterhin Multiplikatoren ausbilden, nicht die Breite der Kanusportler. Aber sollten irgendwann einmal - wie vom DKV-Freizeitausschuss geplant - nur noch Kanulehrer die EPP-Stufen 4 und 5 abnehmen können, wird sich das Lehrteam noch einmal mit diesem Thema beschäftigen müssen.

Bei den Lehrgängen soll künftig auch im BKV ein Feedback-Bogen ausgefüllt werden. Die Vorlage des DKV geht jetzt erst einmal in die Testphase. Ergänzungen bzw. Änderungen werden danach besprochen.

Krisenmanagement

Ist ein eigener Punkt „Krisenmanagement“ in der ÜL-Ausbildung (Multiplikatoren!) notwendig? Der Gedanke war sicher nicht grundverkehrt, wie sich in der Diskussion herausstellte. Teilweise wird dieser Bereich aber schon innerhalb der Themen „Unfallsimulation“ sowie „Recht und Haftung“ abgedeckt. 

Zwischen DKV und BLSV

Der DOSB bietet zwei Möglichkeiten an , Übungsleiter- und Trainer C-Lizenzen zu verlängern. Der DKV hatte sich für die eine Variante entschieden, der BLSV für die andere – mit dem Erfolg, dass bisher die Methode des BLSV vom DKV nicht anerkannt wurde. Dank der Verhandlungen durch Lehrteamsmitglied Wolfgang Baude gehört dieser unglückliche Zustand nun der Vergangenheit an. Die neue Richtlinie zur Lizenz-Verlängerung ist zwischenzeitlich unter www.kanu-bayern.de -> Ausbildung veröffentlicht.

Wenn jemand schon eine ÜL-Lizenz, z. B. in einer anderen Sportart, oder das Sportabitur erworben hat, können bereits gelernte Ausbildungsinhalte erlassen werden (allerdings ist dennoch die Prüfung zu absolvieren). Nun gibt es eine Richtlinie für die Anerkennung von Ausbildungsinhalten zur Verkürzung der Trainer C-Ausbildung, die ebenfalls auf der BKV-Homepage steht.

Der Austausch und damit das Verständnis von Leistungs- und Breitensport(lern) innerhalb des Lehrteams soll künftig organisiert werden. „Es schadet uns nichts, wenn wir mal in Trainingslehre getrietzt werden“, meinte Breitensportler Moritz Kuhlbars. „Und wenn wir Leistungssportler mal etwas mehr zum Thema Sicherheit hören, ist das auch gar nicht verkehrt“, ergänzte Vroni Schlosser. Man versteht sich im Ressort und blickt gern mal über den Tellerrand.
Geschrieben von: Uschi Zimmermann am Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 10:33 Uhr   
 
 

Ausbildungsprogramm

Flyer Lehrgangsprogr 12
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