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Jugendwildwasserwoche
Es war einmal...
ein verrückter, zusammengewürfelter Haufen paddelnder Ritter die sich in den späten, sonnigen Morgenstunden des Samstags den 31.07.2010 in Haiming versammelten um dort eine Woche wildeste Gewässer zu befahren und große Abenteuer zu erleben. Einige der Teilnehmer waren bereits am vorigen Abend angereist, so konnten sie sich die besten Plätze sichern. Doch trotzdem ging es dann erst am Samstag Mittag los: Nachdem der Oberritter Tim das Motto der Woche verkündet hatte, nämlich Ritter...welch Überraschung, und einige Worte zum allgemeinen Ablauf gesagt hatte, wobei er natürlich nicht vergaß die Rittersleut vor Drogen und Alkohol zu warnen, stellten sich die Teilnehmer vor und stuften ihr Können selbst in Noten ein. Kurze Zeit später wurde die Gruppeneinteilung bekannt gegeben und nach einer raschen Mahlzeit für die hungrigen Paddlerbäuche hieß es dann auch schon ab auf den Inn zur Testfahrt. Um sieben stand das Essen auf dem Tisch: die eifrigen Mägde hatten für uns gegrillt. Voll gefressen verließen wir die Tafel und wurden draußen von den Ü-Rittern in sieben Gilden eingeteilt. Die erste Aufgabe bestand darin, sich Namen und Schlachtruf auszudenken und ein Wappen zu gestalten. Unerwartete Kreativität kam dabei ans Licht. Der restliche Abend stand den Rittern zur freien Verfügung. Aber: um zehn Uhr war strikte Nachtruhe. Ob das wohl alle eingehalten haben?

Am Sonntagabend jedenfalls nicht... einige der jungen Ritter verließen das Camp nach der offiziellen Bett geh Zeit, wurden jedoch nach zweistündiger Suche wieder eingefangen und zu streng kontrolliertem Küchendienst verdonnert.
Aber erst mal der Reihe nach. Schon um sieben begann das Burgleben, wir wurden von Kuhglockengeläut und hartnäckigen Ü-Rittern, die an den Zelten wackelten bis auch der Letzte wach war, geweckt. Nach dem Frühstück wurden die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt, die an den vier Stationen Wurfsack werfen, Hänger laden, Ausrüstung und Sicherheit am Bach auf den Tag im Kajak vorbereitet wurden. Am Abend, nach einem sonnigen Tag, als wieder alle vom Paddeln zurück, satt und zufrieden waren stand der Beginn des Pappbootbaus auf dem Programm. Später sollten alle Gilden ein fertiges Boot präsentieren mit dem ein Gildenmitglied die Silzer Welle hinunter fahren würde.  Da es jedoch Sonntag war hatten wir leider kein beziehungsweise fast kein Tape. Also verbrachten wir den Abend hauptsächlich mit planen, Pappe hin und her schieben und in Gedanken zusammenkleben. Den Rest des Abends saßen die meisten am Lagerfeuer. Zumindest solang, bis es anfing zu regnen und alle hektisch ihre Paddelklamotten zusammenpackten.

Dauerregen weckte uns am nächsten Morgen... da hatten wohl nicht alle aufgegessen! Frühstück, drei lehrreiche Stationen zum Thema 1. Hilfe, vor allem im Bezug auf Kajak fahren, bei denen wir unter anderem lernten, wie „stabil“ Rettungsdecken sind, und dann ab auf den Bach! Eigentlich sollte es Montag Abend eine Schnitzeljagd in den Gilden geben, die musste aber leider aufgrund des schlechten Wetters ausfallen. Aber wir hatten ja genug zu tun: Pappboot bauen war wieder angesagt. Diesmal allerdings doch etwas praktischer als am Vorabend. Das Klebeband war zwar nicht allzu tauglich und faire Bedingungen sind auch etwas anderes, eine Gruppe benutzte Panzertape während sich die anderen mit Möchtegern-Klebeband  herum ärgern mussten, aber Alles in Allem wars doch eine riesen Gaudi.
Danach konnten wir mehr oder weniger tun und lassen was wir wollten.
Ach ja... die Rettungsdecke ist bei dem Versuch jemanden darauf zu transportieren in der Mitte durchgerissen.
So viel zum Thema faszinierend stabil...

Dienstag war dann Umwelttag. Oder sollte es zumindest werden... Jede Gruppe bekam ein Thermometer, mit welchem wir die verschiedenen Temperaturen (Einstieg, Ausstieg und Zuflüsse) am Bach messen sollten. Diese Aufgabe konnte jedoch leider nicht in die Tat umgesetzt werden. Auf mysteriöse Weise gingen nämlich so ziemlich alle Thermometer bereits auf dem Weg zum Fluss kaputt. Die am Abend angesetzte Besprechung wurde dann auch noch verschoben, da es einigermaßen gut Wetter war, also auf Deutsch es hat  „nur“ ein „bisschen“ getröpfelt, und so die Schnitzeljagd stattfinden konnte. Diese bestand aus vier Aufgaben, die auf Zeit gelöst werden mussten: Einer beleidigten, etwas männlich wirkenden Prinzessin, die man mit einem fünf zeiligem Liebeslied dazu bringen musste sich um zudrehen, einem Rätsel (Bin ich darin bin ich davor, bin ich davor bin ich darin. Wo bin ich?), einem traurigem König, der zum Lachen gebracht werden musste (die Lösungen reichten von Schlägereien über Schubkarrenrennen bis zum Ententanz. Eine Gilde benötigte allerdings soviel Zeit, dass der König beim Blick auf die Uhr zu lachen begann. Bedenklich...) und einem gefährlichen Hindernislauf über das Spielplatzgelände.
Abenteuer pur!

Mittwoch: AKTIONSTAAAG!!!
Wie jedes Jahr war wieder mal viel angeboten, und dass sogar bei schönem Wetter: Außer Rafting, Canyoning, Rodeln und Radfahren gab es dieses Jahr außerdem die Möglichkeit die nagelneue Area 47 zu besuchen. Ob beim Gummiboot fahren auf der Imster, beim Rutschen und Springen in kalte Gumpen, bei einer rasanten Talfahrt (Rodeln sowie Radfahren) oder im Freizeitbad mit Klettermöglichkeit und Zipfelbob Schanzen springen, jeder hatte seinen Spaß. Leider hatte einer der Radfahrer einen relativ schweren Unfall und konnte an den folgenden Tagen nicht mehr Kajak fahren.
Am Nachmittag versammelten sich alle an der Silzer Welle zum Pappbootrennen. Ob Zuschauer oder Insasse eines „Kajaks“, wir haben uns gut amüsiert: Das erste Boot kam schon mal in Einzelteilen und ohne Kapitän unten an. Schade, wäre der Pappritter hinterher geschwommen, hätte es noch Punkte gegeben. Die anderen Boote kamen mehr oder weniger ganz unten an, doch sogar die stabilsten gingen bei dem Versuch in der Welle zu surfen unter. Eine Gruppe musste leider wegen Betrugs (eingbaute Plastikflaschen) und Dopings (Traubenzucker) disqualifiziert werden. Nachdem die Schwimmer zahlreiche Interviews gegeben hatten und die Wertung bekannt gegeben wurde, ging es mit den nassen Einzelteilen der Pappboote auf dem Hänger wieder zurück zum Camp, wo erst mal alle mit einer warmen Mahlzeit aufgepäppelt wurden.
Die von Dienstag auf heute verschobene Besprechung zum Thema Temperaturen am Bach war recht kurz (naja, es gab ja auch nur ein Ergebnis) aber trotzdem interessant. Danach verkrochen sich alle ziemlich schnell in die Zelte, da es wieder angefangen hatte zu regnen.

Donnerstag früh war die Stimmung etwas gedrückt: Es gab mehrere Kranke, die nicht Paddeln konnten und das Wetter war  zum Kotzen! Aber Paddler sind ja bekanntlich hart im Nehmen. Und Ritter sowieso. Also machten sich die Gruppen schon bald nach dem Frühstück auf den Weg zum Bach (unserer hatte gefühlte -5°C) mit der heutigen Aufgabe sich drei Punkte zum Umweltschutz beim Kajakfahren zu überlegen. Wieder zurück waren alle froh um das gute warme Essen. Nach einer heißen Dusche versammelten sich die Rittersleut zur Besprechung des heutigen Themas: In den einzelnen Gruppen wurden nochmal alle Umweltschutzmethoden beim Skifahren wie beim Kajakfahren ausführlich diskutiert und notiert.
Die Anfangs strikte Bettruhe um zehn war dann auch nicht mehr so „strikt“ - es war schließlich auch der vorletzte Abend- und so war es doch schon halb elf als die Ü-Ritter langsam begannen uns ins Bett zu scheuchen.

Und, viel zu schnell war es auch schon Freitag: der letzte Paddeltag. Wir wurden von dem kläglichen Versuch unserer Leiter der Vuvuzela einen Ton zu entlocken geweckt. Nach Müsli oder Semmel – je nach Geschmack – hieß es dann zum letzten Mal „ab auf den Bach“ und so stürzten sich alle motiviert in die Fluten. Da wir ziemlich früh heimkamen, war am Nachmittag größtenteils chillen angesagt, bis auf mancherlei Ritter der von höheren Mächten zum Bus putzen im voraus verdonnert wurde. Alle waren gespannt auf den Abend der mit einem eröffnenden Spiel begann: Jeder Teilnehmer startete als Kartoffel (das heißt wir sollten mit den Armen über dem Kopf durch die Gegend hüpfen und dabei Kartoffel schreien).
Hatte man einen Artgenossen gefunden (also ebenfalls Kartoffel) forderte man diesen zu einem Duell (Fli-fla-flu) heraus. Der Gewinner aus diesem Zweikampf stieg eine Stufe auf und wurde so zuerst zum Stier, dann zum Bauern, zum Hofnarr, zum Ritter und zuletzt zum König. Die Könige wurden mit Burgerking-Kronen geehrt. Den Ritterspielen folgte eine Vorstellung der einzelnen Gilden: alle gaben ihr Bestes in Form einer schauspielerisch dargestellten Geschichte zur Entstehung des jeweiligen Gildennamens. Es war von feuerspuckenden  Drachen über Burgfräuleins und faulen Ritttern bis hin zu die Welt rettenden Super-Hereos so ziemlich alles dabei und sowohl Teilnehmer wie Ü-Ritter hatten ihren Spaß. Nach einer kleinen Pause, in der sich die Jury zur Besprechung zurückgezogen hatte wurden die endgültigen Ergebnisse, bestehend aus den Einzelwertungen (Gestaltung der Flaggen, Pappbootrennen, Schnitzeljagd und Aufführung) bekannt gegeben. Außerdem fand noch die Ehrung zur Ritter der wilden Wasser statt, das heißt die 3 Jugendlichen, die eine Woche lang den größten Einsatz am Bach gezeigt hatten wurden nun zum Wildwasserritter geschlagen. In Zukunft sollten sie besonders auf die anderen aufpassen. In einem rauschenden Burgfest endete der letzte Abend, wobei einige der Ü-Ritter sehr zur Belustigung der Anderen Limbo tanzten...

Ein letztes Mal für dieses Jahr wurden wir von Glocken und kläglichem Vuvuzela Getröte geweckt. Es schien als würde uns der klare, blaue Himmel dieses Samstags nicht gehen lassen wollen: endlich, nach fast einer Woche durchwachsenem Wetter schien wieder die Sonne. Nach einem schnellen Frühstück, das die meisten verschliefen, machten wir uns daran, die restlichen Busse zu putzen, aufzuräumen und die Zelte abzubauen. Als auch das letzte Fitzelchen  Müll da war, wo es hin gehörte, bimmelte Oberritter Tim zur Abschlussrunde: Besprechung der Woche, Danksagung an alle Organisatoren und Helfer (die einen schönen blauen Rucksack bekamen) und Verbesserungsvorschläge standen auf dem Plan. Danach stellten wir uns alle zum Abschlussfoto auf und schon war es Zeit, die Boote auf das Auto zu laden und sich auf den Weg Richtung Heimat zu machen.
Die Woche war wiedermal viiiiiiiiel zu kurz und deshalb freuen wir uns schon auf nächstes Jahr.
Außerdem wollen wir uns noch einmal im Namen aller Teilnehmer bei den Übungsleitern, die alles organisiert haben und die die die ganze Woche auf unsere Sicherheit geschaut haben bedanken.

Und zu guter letzt:
Für alle die die Lösung des Rätsels noch nicht herausgefunden haben, es war der Spiegel.

Veronika & Marie Hofmann, Peiting
Geschrieben von: Ulrich Brunner am Samstag, den 27. November 2010 um 18:03 Uhr   
 
 

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