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Auf der „besseren“ Seite Freestyle-Lehrgang Plattling 2008
Plattling (uz). Die Jugendarbeit unter der Leitung von Vizepräsident Oliver Bungers muss gut sein. Sehr gut sogar. Ebenso die Übungsleiterausbildung im Bayerischen Kanu-Verband. Wie sonst könnten daraus junge Erwachsene hervorgehen, die so viel Verantwortung übernehmen, dass sie selbst einen Lehrgang leiten und darin auch referieren können? Die Rede ist Sebastian Bauer aus Regensburg und Tim Neupert aus Bayreuth.
Erneut hatte Sebi Bauer den Fortgeschrittenen-Lehrgang „Freestyle“ in der Plattlinger Welle vorbereitet. Theorie und Praxis verteilten sich auf weitgehend gleiche Teile, und beides war alles andere als langweilig.
Zum Thema „Outdoorsportart und Umweltschutz – ein Widerspruch?“ entwickelten die zahlreichen Teilnehmer unter der Regie von Sebastian Bauer und Tim Neupert eigenständige Lösungsvorschläge zu Klettersport, Kanusport und Skisport. Trotz unterschiedlicher Sportarten betrachteten die Teilnehmer ähnliche Aspekte als förderlich für die Umwelt. Als wichtigste Ansätze nannten sie die Beachtung bestehender Regelungen/Vereinbarungen der jeweiligen Dachverbände (z. B. Deutscher Alpenverein, Deutscher Kanuverband) und die Bildung von Fahrgemeinschaften zur umweltfreundlichen Anreise an die recht individuellen Ziele (meist eher abgelegen im Gebirge).
Sperrungen von Kletterrouten, Flussabschnitten oder Skitourenrouten seien wohl zumeist auf Fehlverhalten der Sportler zurückzuführen oder beruhen auf besonderer Schutzbedürftigkeit der dortigen Natur, und müssen daher unbedingt beachtet werden, erkannten die Freestyler. Doch solange die genannten Grundsätze und weitere grundlegende Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden, sei die Ausübung der genannten Outdoorsportarten durchaus umweltverträglich. Ein weiteres Ergebnis – möglicherweise des umweltförderlichen Nachdenkens: Auch nach Lehrgangsende war kein Müll auf der Zeltwiese zu finden.
Zum Üben auf die Plattlinger Welle mussten die Teilnehmer ihr Können selbst einschätzen. Sie sahen sich dabei äußerst realistisch, so dass keine Veränderungen an der Gruppeneinteilung vorgenommen werden musste. Die Wasserarbeit wurde nur durch einen kleine Sicherheitsbelehrung des jeweiligen Übungsleiters und einer Mittagspause unterbrochen.
Auch wenn die Lehrgangsleiter längst beide keine Anfänger im Freestyle mehr sind, für den praktischen Teil hatten sie sich kompetente und attraktive Unterstützung aus der Wettkampfszene geholt: Simon Strohmeier und Daniel Krummreich. Sie führten in die Bewertung von Freestyle-Moves ein. Während Daniel Krummreich beeindruckende Figuren vorführte, kommentierte Simon Strohmeier die Moves und deren Bepunktung. Videoaufnahmen sowie einige Fotos wurden anschließend analysiert. Es machte allen Spaß, sich in der Welle auszutoben. Wieviel der Zuschauer und Kanuartisten dabei wohl insgeheim Punkte gezählt und ihre Mitstreiter in Favoriten oder „Durchgefallene“ eingeteilt haben? Die Moves bei Meisterschaften werden sie künftig jedenfalls realistischer beurteilen und die Schwierigkeiten neu (ein-)schätzen.
Der Lehrgang, die Thematik sowie die Behandlung der Thematik wurde von den Teilnehmern einstimmig für gut befunden. Insbesondere, weil man sich als Outdoorsportler „auf der besseren Seite“ wähnt, beispielsweise im Gegensatz zum Motorsport. |