Start BKV-Jugend Berichte Es ist vorbei!
Es ist vorbei!

Oliver Bungers hört auf als Vizepräsident Jugend

Burghausen. „Nach zehn bis zwölf Jahren wird es Zeit für einen Wechsel, denn dann kommt Routine rein“, das ist die Überzeugung von Oliver Bungers, der seit dem 6.12.2008 nicht mehr als Vorsitzender der Bayerischen Kanujugend in Amt und Würden ist. Sein Wunsch-Nachfolger Tim Neupert aus Bayreuth wurde einstimmig gewählt.{rokbox}images/jugend/Oli-Tim.jpg{/rokbox} Jugend-Wildwasserwoche 2008: Noch steht Nachfolger Tim Neupert im zweiten Glied hinter Oliver Bungers, dem BKV-Vizepräsidenten Jugend

Der Wechsel war seinem Langem angekündigt und – ganz in Olis Stil – gut vorbereitet. Seit der Wunsch von Bungers, beim Bayerischen Kanutag 2009 als Vizepräsident Organisation zu kandidieren, immer konkretere Konturen annahm, bezog er seinen Nachfolger immer mehr in die Jugendarbeit mit ein. Bei der Jugend-Wildwasserwoche 2008 in Haiming und diversen Verbandstagungen traten sie fast schon als „doppeltes Lottchen“ auf, Tim Neupert stand dabei allerdings immer in der zweiten Reihe.

Stabilität im BKV

Jetzt hat sich das Blatt gewendet: Jetzt ist Oliver Bungers noch ein paar Reihen weiter zurück getreten. Die Bayerische Kanujugend hat Tim Neupert zu ihrem 1. Vorsitzenden gewählt. Doch Bungers wird „seiner“ Jugend weiterhin mit Rat und Tat und natürlich auch als Übungsleiter bei vielen Lehrgängen zur Seite stehen. Er kann ja gar nicht anders, denn er ist ein „Kind“ dieser Jugendlehrgänge. Vor inzwischen schon längerer Zeit hat er hier – unter seinem Vorgänger Fritz Glaser – selbst die fundierten Kenntnisse im Wildwasserwandersport erworben, die er seit Jahren mit Erfolg weitergibt.

Beim Jugend-Verbandstag zog Bungers Bilanz unter seine zwölfjährige Amtszeit als Vizepräsident Jugend im Bayerischen Kanu-Verband (BKV): Vier Vizepräsidenten Jugend im Deutschen Kanu-Verband habe er in dieser Zeit erlebt. Das sei bezeichnend für die Stabilität im BKV, die ja schon weit vor seiner Zeit begonnen habe: Josef Appel war als erster BKV-Vizepräsident Jugend von 1956 bis 1972 im Amt, dann Fritz Glaser von 1972 bis 1997, also 25 Jahre lang.

Große Schuhe

„Die Schuhe, die ich mir 1997 von Fritz Glaser angezogen habe, sind schon sehr groß gewesen“, räumte Oliver Bungers ein. Gleich zu Anfang wurde die Jugendordnung geändert. Und für die Jugend-Wildwasserwoche sei neben Lofer als zweites Standbein Haiming und dann noch Königsdorf dazugekommen. Dazu initiierte er weitere Jugendlehrgänge: erst ein Freestyle-Lehrgang in Augsburg, dann einen zweiten in Plattling. Aus der Skiwoche wurde eine Ski- und Snowboardwoche für die Jugendlichen. Zweimal gab es parallel zum Bayerischen Wanderfahrertreffen für die Erwachsenen ein Jugendlager in Königsdorf (1999 und 2005).

Die Wasserrettung in Lofer verband Bungers Jahr für Jahr mit einer Sicherheitsschulung. Mit Stolz blickt er auch auf das Jugendlager zur Weltmeisterschaft im Kanuslalom im Jahr 2003 in Augsburg zurück. Lehrgangsmaßnahmen in allen Bereichen (Jugendbildung, Mitarbeiterbildung, auf deutscher Ebene) schreckten ihn trotz zunehmender Bürokratie nicht ab.

Eingespieltes Team

Um die Jugendveranstaltungen in den Bezirken zu unterstützen, setzte er einen Zuschuss von jeweils 150,- Euro für nach bestimmten Kriterien durchgeführte Maßnahmen aus.

Bei allem konnte Oli (wahrscheinlich gibt es mehr Jugendliche, die seinen Nachnamen nicht wissen als seinen Vornamen) auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Fritz Glaser stand bei allen Fragen zur Verfügung, Uschi Zimmermann sorgte für effektive Öffentlichkeitsarbeit. Beide traten nun mit Oliver Bungers von ihren Referenten-Ämtern in der Bayerischen Kanujugend zurück.

Wovon der Noch-Vizepräsident Jugend nicht sprach: Er schaffte es in unvergleichlicher Weise, andere für den Kanusport zu begeistern und zu fördern. Er gab Selbstvertrauen und motivierte zu mehr und mehr Leistung auf allen Gebieten. „Seine“ Jugendlichen heckten bei jeder Jugendwoche Spielchen für die Übungsleiter aus, die gute Miene zum bösen Spiel machen mussten.

Als Piratenkönig gehuldigt

Mit der Schatzkiste ist jeder Pirat am Ziel. Melanie Thilo von der Kanujugend hat beim Suchen nachgeholfen ...Bei jeder Übungsleiter-Ausbildung fanden sich Jugendliche, die unter Oli und Co. das Wildwasserfahren gelernt und sich darin vor allem verbessert hatten. So sorgte Bungers dafür, dass sein Werk fortgesetzt wird, dass er auf eine gewisse Art „weiterlebt“.
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Wie sehr ihn die Jugend, „seine“ Jugend, verehrte, zeigten sie immer wieder, wenn sie ihn zu seinen Amtsjubiläen hoch leben ließen. Zum Fünfjährigen ernannten sie ihn zum „Leader of the Gang“ – auch musikalisch, wie sich das für jemanden gehört, der das Karaoke-Singen bei den Jugendwochen eingeführt hat. Und sie huldigten ihm in den letzten beiden Jahren als ihrem Piratenkönig.

In Fortsetzung der letzten Jugend-Wildwasserwoche in Haiming ließen „seine“ Jugend ihn jetzt bei seinem Abschied beim Jugend-Verbandstag auch den von jedem Piraten ersehnten Schatz finden: die Schatztruhe. Bungers freute sich auch über den Inhalt: ein paar Flaschen guten Weins, wie er ihn schätzt.

Olivers Bungers hat seinen Abschied genommen, aber nur als Vizepräsident Jugend. Als „Oli“, wie ihn jeder kennt und liebt, bleibt er der Bayerischen Kanujugend erhalten.

Uschi Zimmermann

 
 

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