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Bayerisches Kanu-Wanderfahrertreffen 2011
Gleich vorneweg - das 38. Bayerische Wanderfahrertreffen (WFT) 2011 beim KC Schwandorf war das wandersportliche Highlight des Bayerischen Kanu-Verbandes (BKV): wunderschöne Wanderflüsse, herrliche Landschaften, vielfältige kulinarische Überraschungen, Freundschaft, Musik, Gespräche, Naab in Flammen, Kultur, Erfahrungsaustausch, Fortbildung, spritzig-witzige Mundartmusik zu den weltbesten Weißwürsten und vieles mehr.
Eigentlich sollte man meinen, dass nach 37 Jahren diese Wanderfahrertreffen ‚ausgelutscht‘ sein müssten, dass es nichts Neues mehr gäbe, dass sie ihren Reiz verloren haben müssten. Auch die Oberpfälzer Organisatoren um den Bezirksvorsitzenden Karlheinz Baumer, den Schwandorfer Vereinsvorsitzenden Max Schreiner und die Mutter dieses WFT, ‚Ösi-Vulkan‘ Margit Eichinger, erfanden das kanu-breitensportliche Rad nicht neu. Sie haben offensichtlich auf Altbewährtes gesetzt und trotzdem neue Ideen eingebracht. Mit diesem perfekten Mix haben sie bewiesen, dass selbst nach 38 Jahren der Geist des Bayerischen Wanderfahrertreffens weht wie eh und je.
Die Kanufamilie lebt wie immer, mit oder trotz all ihrer individuellen Eigenheiten. Alle Beteiligen identifizieren sich mit ‚ihrer Kanufamilie‘. Dies ist wahrscheinlich der eigentliche Reiz der Wanderfahrertreffen. Die Oberpfälzer bestätigten dies lebhaft und eindrucksvoll.
Akzente. Jedes WFT hat seinen eigenen Reiz. Jeder Kanuverein setzt seine eigenen Akzente. Wie bereits 2002 (Schwandorf) ließen die einheimischen Kanuten wieder die Naab in Flammen aufgehen. Mit dem Feuerwerk boten sie ihren Gästen, aber auch den Bewohnern, einen einzigartigen Höhepunkt. Die Kanujugend des KC Schwandorf hinterließ bleibende Eindrücke mit ihren traumhaft bunt beleuchteten Kajaks und einer perfekt abgestimmten Choreographie.
Neues. Neu war beim diesjährigen Treffen, dass der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes, Thomas Konietzko, am Sonntag zusammen mit BKV-Präsident Oliver Bungers extra von der Weltmeisterschaft im Kanu-Freestyle zum WFT anreiste. Konietzko war sich nicht zu schade, sich zum Paddelvolk zu setzen und sich auch mit einem einfachen Mitglied zu unterhalten.
Nachdenkliches. Aber auch etwas Wehmut kam bei dem einen oder anderen Paddler auf. Zum letzen Mal nahm Kanu-‚Mutter‘ Tony Meffert von ‚ihren‘ Jugendlichen das Kanu-Sportabzeichen ab - mit viel Hingabe und Herzblut.
Hermann Siebold brachte zum letzen Mal mit seiner unnachahmlichen Art seine Sicherheitsaspekte im Rahmen eines Wanderfahrertreffens den Kanuten nahe. Sein Fachwissen ist immens und beeindruckend.
Altbewährtes. Manche Paddler kommen hauptsächlich, um Freunde zu treffen, andere wegen des Paddelns. Egal, beide kamen auf ihre Kosten. Auf dem zur Campingwiese umfunktionierten Stadtpark oder im Festzelt war genug Platz, um sich mit anderen zu treffen, zu reden, sich auszutauschen und alte Erinnerungen wach zu rufen.
Kanutouren in wunderschönen Landschaften gibt es in der Oberpfalz zu Genüge. Die Schwandorfer boten hierzu wieder einen sehr gut organisierten Fahrdienst und Betreuung an den Umtragestellen oder Umfahrungsgerinnen an.
Die Nichtpaddler - auch so etwas soll`s geben - konnten sich bei Stadtführungen mit den Felsenkellern einen bleibenden Eindruck verschaffen oder sich sportlich den Nordic Walkern anschließen.
„So kummts zu uns, mia g`frein uns auf eich“ stand auf der Einladung. Und genauso war es auch. Bereits bei der Einfahrt zum Fest- und Campinggelände war klar: Man ist bei Freunden angekommen. Herzlichster Empfang und gleich ein kleiner Vorgeschmack auf die perfekte Organisation. Trotz Regens brachte der Einweiser Martin den Campinggast zu seinem Platz. Bei der Anmeldung selbst begrüßten Siggi Schnurer und die BKV-Referentin für den Wanderfahrerwettbewerb, Gerdi Baumer, die ankommenden Gäste per Handschlag.
Unwetterprognosen. Die Wetterprognosen ließen vermuten, dass es ein unfreundliches, unbeständiges Wochenende mit Regenschauern geben würde. Bereits am Mittwoch zogen einige schwere Unwetter über Bayern. Trotzdem fanden sich bereits am Mittwochabend über 100 Paddler/innen beim KC Schwandorf ein.
Die Schwandorfer hatten vorgesorgt: Jeder Paddler fand leicht im geräumigen Festzelt einen trockenen Platz. Bei Sonnenschein, auch den gab`s immer wieder mal, hielten sich die einzelnen Grüppchen zwischen den Touren und Aktionen auf der großen Campingwiese auf oder trafen sich an den Biertischen vor dem Festzelt.
Kulinarische Vielfalt. Das kulinarische Angebot war von einer schier unglaublichen Reichhaltigkeit. Neben den weltbesten Weißwürsten und einem ‚sauguten‘ Bier gab`s eine Vielzahl heimischer Schmankerl: Knedl (Klöße), Oberpfälzer Sauereien wie Spießbraten und Spanferkel. Steckerlfische und ein italienischer Abend rundeten den Leibesgenuss ab.
Fortbildung. Die Schwandorfer Übungsleiterin Ilona Schnurer schulte zusammen mit Jochen Wehera, einem Biologen vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, die Kanuten in naturbewusstem und umweltschonendem Paddeln. Mit einem Film über die Naab weckte Ilona eindrücklich das Interesse der Teilnehmer, nicht nur für den Paddelfluss Naab, sondern für seine natürliche Gesamtheit.
Jochen Wehera zeigte, was alles an Leben in und an der Naab vorkommt. Dieses Flussleben wird gerne vom unbedarften Naturnutzer übersehen. Aber genau hier wollen sich die Kanuten von den anderen Natursportlern unterscheiden.
Selbst der Europäische Paddelpass wurde in der ‚EPP-freien Zone Oberpfalz‘ dreimal erteilt.
Festabend. Wie immer gab es am Samstagabend im Rahmen eines Festaktes diverse Reden und einen Ehrungsmarathon - im besten Sinne des Wortes. Paul Eichinger, 2. Vorsitzender des KC Schwandorf, begrüßte die vielen Paddler und Gäste des bayerischen WFT 2011 in Schwandorf. Dies sei das 38. Treffen, das sechste in der Oberpfalz, das zweite in Schwandorf und das erste Wanderfahrertreffen überhaupt, das von einer Österreicherin (Margit Eichinger) organisiert wurde.
Der oberpfälzer Bezirksvorsitzende Karlheinz Baumer hob in seiner freien Rede die Unterstützung der 40 Helfer des KC Schwandorf hervor. Er wies auf den ‚Geist des Wanderfahrertreffens‘ hin, der gerade bei diesem Treffen deutlich zum Ausdruck kam.
Isa Winter-Brand lobte das WFT als Tage in der Paddlergemeinschaft.
Fazit. Nicht nur Paddler erfreuen sich an einem Wanderfahrertreffen. Die regionalen Printmedien berichteten seitenweise über dieses Ereignis. Dies zeigt, dass wir Paddler sehr wohl in großen Teilen der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen werden. Das 38. Bayerischen Wanderfahrertreffen 2011 in Schwandorf war erlebenswert - ein wahres Highlight.
Text: Eugen Schuhmann Fotos: Thomas Angele, Hans Winter, Andreas Zeh
Sie sind eingeladen, das Album von Eugen Schuhmann anzusehen: Bayer.Wanderfahrertreffen Schwandorf 2011 oder gleich als Diashow abspielen |