Aktuell 31.03.11
Beachtet auch den neuen Bericht, der noch fortgesetzt wird, von der Übungsleiter-Fortbildung "Aufgeben gibt es nicht" über die erfolgreiche Veranstaltung für den Kanu-Behindertensport. Es gibt auch ein Video von dieser Veranstaltung, welches Ihr Euch hier anschauen könnt. Bitte auf der Seite auf "Link zum Film" klicken.
Kajaklehrgang für Sportler mit Körperbehinderung
Bei strahlendem Sonnenschein fand im Oberschleißheimer Leistungszentrum für Rudern und Kanu ein Kajakkurs für Menschen mit Körperbehinderung statt. Sieben Rollstuhlfahrer und zwei „Fußgänger“ nahmen an dem Wochenendlehrgang für Anfänger- und Fortgeschrittene teil. Ziel für die Anfänger war es, in geeigneten Booten grundlegende Paddeltechniken zu erlernen und für sich den Kanusport als Freizeitmöglichkeit zu entdecken. Für Teilnehmer mit Vorkenntnissen stand die individuelle Technikverbesserung sowie das Ausprobieren unterschiedlicher Bootstypen im Mittelpunkt.
Am Samstagvormittag gingen die Teilnehmer mit großer Motivation an das Werk. Nach einer theoretischen Einführung folgte die erste Praxiseinheit im Kajakzweier. Zunächst stand an Land die Vorbereitung der Sportgeräte an: Welches Kajak passt für mich? Wie erhalte ich eine stabile Sitzposition? Wer hat noch Schaumstoff zum Fitten? Toll, dass so viele nette Übungsleiter und Helfer da waren! Es gab für jeden Teilnehmer individuelle Unterstützung. Nach Trockenübungen zum Ein- und Aussteigen sowie zur Paddeltechnik fand die erste Trainingsfahrt auf der Olympiaregattastrecke statt.
Nach dem Mittagessen erklärte Christine Plenge vom MTV München die richtige Paddeltechnik und dann ging es wieder weiter mit der Praxis auf dem Wasser. Und da gab es viele individuelle Erfolge zu verbuchen: z.B. erste gemeisterte Einerfahrten im „Croco“, im Cruiser sowie im Schülerboot – Emanuel, der trotz schwerer Bewegungsbeeinträchtigung im Bereich von Oberkörper und Armen in eine aktive Paddelbewegung hineinfand – Anna-Lena, die ins Polotraining hineinschnuppern durfte, …
Abends wurden dann über Materialanpassungen im Bereich von Bootssitzen Fotos gezeigt und rege darüber diskutiert. Anschließend gewährte Heiner Schlich vom ASV Coburg den Teilnehmern einen Blick über den Freizeitsport hinaus in aktuelle Entwicklungen des Kanurennsports für Sportler mit Körperbehinderung – schließlich stand im August in Posen die erste WM für Körperbehinderte an!
Am Sonntag konnten die Sportler entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten verschiedene Kajaks ausprobieren sowie die Paddeltechnik verbessern. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, eine erste Einführung in grundlegende Techniken für das Fahren in Spielbooten zu absolvieren.
Groß war die Freude, als am Sonntagvormittag der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes, Thomas Konietzko sowie Bruno Seidl vom BVS den Lehrgang besuchten und damit ihr Engagement für den Behindertensport unterstrichen.
In der Abschlussbesprechung am Sonntag war man sich einig, dass der Lehrgang ein Erfolg war. Kanusport ist ein Gemeinschaftssport. Aber ist Kanusport mit einer Behinderung ausführbar? Klar geht das. Wichtig sind geeignete Angebote, und gemeinsam kann man unglaublich viel erreichen!
In diesem Sinne geht ein herzliches Dankeschön an die interessierten und äußerst motivierten Teilnehmer und Übungsleiter, die den Lehrgang für alle Beteiligten zu einem beeindruckenden Gemeinschaftserlebnis werden ließen. Ein großer Dank gilt ferner Karl Kaiser und dem MTV München, die u.a. vor Ort die Durchführung des Lehrgangs durch Materialbereitstellung und viele helfende Hände ermöglichten. Ferner geht ein Dankeschön an alle weiteren Förderer dieses Lehrgangs: dem Bayerischen Kanu-Verband, dem Behinderten – und Rehabilitations-Sportverband Bayern, dem Deutschen Kanu-Verband sowie den Bootsherstellern Prijon und Robson.
Text: Christine Wilholm, Straubing;
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