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Erstmals Deutsche Meisterschaften im Paracanoeing
Im Rahmen der 90. Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport wird erstmals eine Deutsche Meisterschaft im Paracanoeing ausgetragen.
Auch dies ist ein historisches Ereignis. Der Deutsche Kanu-Verband hat 2011 bereits zum zweiten Mal Teilnehmer zu den Weltmeisterschaften im Paracanoeing entsandt und dabei in der Disziplin „Ausleger-Kanu“ (V1) Silber und Bronze gewonnen.
Bei den 1. Deutschen Meisterschaften im Paracanoeing in Oberschleißheim gelten die Hoffnungen der Zuschauer vor allem den sieben bayerischen Teilnehmern. Zum ersten Mal im Kanu startet u. a. die mehrfache Paralympicssiegerin und Weltmeisterin im Monoski, Gerda Pamler aus München. Sie hat mit ihren Sportkameraden/innen seit Wochen eifrig vor Ort trainiert. In den Kampf um Sekt oder Selters schaltet sich auch Michael Schmidt, BKV-Vizepräsident Organisation, aktiv ein. Er ist zwar heute der Vorsitzende der WWC Gemünden, aber von Haus aus Rennsportler und startete früher u. a. für den KSC Gemünden, für Bamberg und Würzburg. Gemeinsam mit Tine Wilholm hat er die gemeldeten bayerischen Teilnehmer trainiert. Alle fühlen sich für die Herausforderung bestens gerüstet.
Bayern ist das Bundesland, das die meisten Teilnehmer in den Handicap-Rennen stellt. Allerdings müssen sie sich starker Konkurrenz stellen: den Medaillengewinnern der WM 2011 in Szeged.
Erster Kooperationsvertrag in Deutschland
In feierlichem Rahmen unterzeichnen im Zusammenhang mit den 1. Deutschen Meisterschaften im Paracanoeing Oliver Bungers, Präsident des Bayerischen Kanu-Verbandes (BKV), und Hartmut Courvoisier, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern (BVS), den Kooperationsvertrag zwischen beiden Verbänden – ein in mehrfacher Hinsicht historisches Ereignis und gleichzeitig wegweisend für ganz Deutschland.
Der Freistaat Bayern ist das erste deutsche Bundesland, in dem eine solche Kooperation durchführt und besiegelt wird. Zwei Jahre sind seit den ersten Gesprächen zwischen beiden Verbänden vergangen. Damals waren BKV und BVS ihrer Zeit weit voraus.
Die Kooperation ist bereits mit Leben erfüllt: Erste Lehrgänge für Menschen mit Behinderung werden seit Juli 2010 gemeinsam durchgeführt, und die Ausbildung zum Fach-Übungsleiter Kanusport wird künftig durch ein Modul „Behindertensport“ ergänzt.
Dass der olympische Kanurennsport ab Rio de Janeiro 2016 paralympische Disziplin sein wird, wurde erst viel später – im Dezember 2010 – beschlossen. Beide Verbände waren ihrer Zeit weit voraus und schreiben auch mit der Vertragsunterzeichnung Geschichte. |