Brennen auf den ersten Sieg

IMG_07841. Regatta für Handicap-Sportler brachte Medaillensammlung für Sportler

Gemünden (uz). Bürgermeister Georg Ondrasch zollte den Kanusportlern mit Handicap allergrößten Respekt. Er wisse selbst aus eigener Erfahrung, wie kippelig so ein Kajak sei, bekannte er bei der Siegerehrung der 1. Regatta für Handicap-Sportler.

 Nicht nur die vielen Medaillen und Ehrenpreise, die es zu gewinnen gab, trugen dazu bei, dass jeder eine Wiederholung dieses Wettbewerbs forderte.

Die über 20 Sportlerinnen und Sportlern aus Straubing, Regensburg, Augsburg, München, Kleinheubach, Lichtenfels und Gemünden fanden traumhafte Bedingungen vor – sowohl auf dem Wasser wie auch an Land. Der Spaß am Paddeln war allen anzumerken, aber auch das freundschaftliche Miteinander in der immer größer werdenden Gruppe der Sportler mit Behinderung.

Waren die Handicap-Sportler am Samstag bei ihren Wettkämpfen in verschiedenen Bootsklassen auf dem Wasser der Fränkischen Saale noch unter sich, so waren ihre Rennen am Sonntag in die 40. Schülerregatta eingebettet und fanden vor viel Publikum statt. Je nach Bootsgattung (kippeliges Rennkajak oder sicheres Wanderboot) konnten sich die Sportler richtig ins Zeug legen. Die meisten hatten erst in diesem Sommer das Paddeln gelernt, aber sie alle brannten voller Ehrgeiz auf ihren ersten Sieg.

Bei den Unified Rennen in den Zweierkajaks bildeten Kanusportler mit und ohne Behinderung partnerschaftliche Teams. Dass die eine oder andere Mannschaft zum ersten Mal gemeinsam im Kajak saß, war oft überhaupt nicht zu merken.

Einer der Höhepunkte war das abschließende Canadierrennen. Es gewann das Team Wasserbüffel (Straubing/Lichtenfels) – das im Boot durch Hund Toni Verstärkung erhalten hatte.

Auch bei den Siegerehrungen gab es viel Applaus. Die Leistungen der Sportler wurden durch sehr schön gestaltete Medaillen sowie Pokale und weitere Ehrenpreise honoriert. Am meisten strahlte zum Schluss Christian Mathes von den Unified Wasserratten Straubing/Regensburg, der in einer Verlosung unter allen Teilnehmern das vom BKV-Bezirk Unterfranken gestiftete nagelneue Paddel gewann.

Das Organisationsteam um René Bailleul (KSC Gemünden) hatte seine erste Handicap-Regatta mit großer Umsicht und viel Engagement vorbereitet. Neben einem eigens aufgebauten Zelt und Behinderten-Toiletten hatte man einen rollstuhlgerechten Bootssteg vorbereitet, um den vielen Rollstuhlfahrern das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Die Regatta legte auch den Grundstein für die Umsetzung der Kooperation zwischen BVS und BKV auf Bezirksebene. Barbara Beckmann (Bezirksvorsitzende des BVS Unterfranken) sowie Karin Thompson (Bezirksreferentin für Behindertensport im BKV) sind hierbei Kooperationspartner.

Mit großem Bedauern nahmen die Sportler voneinander Abschied – im Bewusstsein, dass die diesjährige Saison vorbei ist und man sich wohl erst im nächsten Jahr zum Training wiedersieht. Der Wunsch nach mehr Regatten in dieser Art wurde laut – um sich wieder im Rennen zu messen, aber auch als Grund, um sich öfter treffen und Freundschaften wachsen lassen zu können. Integration und Inklusion passen gut zum Kanusport und tragen erste Früchte. 

 

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Geschrieben von: Uschi Zimmermann am Montag, den 26. September 2011 um 09:36 Uhr