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Marienklause aufgeräumt

Kanusport + Wasserbau

Links die Fische, rechts die Boote

Marienklause_Foto_EchleEin Anruf vom Baureferat noch vor dem Frühstück: Man hätte gerade einen Bagger an der Isar, das Wasser sei niedrig, also könnten wir morgen früh um 8 Uhr an der Marienklause die Steine aus dem Kolk räumen. Das klang nach Arbeit, war aber letztendlich ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für mich.

Hatte ich doch seit einem halben Jahr dem Baureferat in den Ohren gelegen, die Steine im Auslauf der Floßgasse an der Marienklause zu entfernen, um die Floßgasse wieder gefahrlos befahren zu können. Das Unterwasser der Floßgasse musste unbedingt ausgeräumt werden, um zu verhindern, dass von den städtischen Dienststellen das Gefährdungspotenzial bei einer Befahrung der Floßgasse nicht höher eingeschätzt wird. Dem geplanten Befahrungsverbot würde dies nur Vorschub leisten.

Anderntags war ich pünktlich an der Isar. Wer eine Stunde später kam, war der Baggerfahrer. Dafür griff er gleich darauf mit seiner Schaufel kräftig ins Wasser und hob die kantigen Steine heraus. Der Flussmeister hatte uns beide kurz eingewiesen und entschuldigte sich eilends, er müsse zur Weihnachtsfeier seiner Abteilung. Was konnte es Schöneres geben: Ich hatte freie Hand - fast. Natürlich wollten wir eine saubere Arbeit abliefern, ökologische Grundbegriffe beachten und der Wasserrahmenrichtlinie Genüge tun.

Das Wichtigste war natürlich, die kanusportliche Situation zu verbessern. Nicht nur eine Fahrrinne sollte entstehen, sondern - so der Plan, natürlich vom Flussmeister genehmigt - ein oder zwei Kehrwässer mit den Steinen anzulegen.

Der Bagger hob eine Unmenge an Steinen aus dem Wasser. Genug, um auf der einen Seite der Floßgasse den Fischpass zu verlängern und eine Lockströmung zu erzeugen, damit die Fische ihren Weg nach oben finden. Auf der rechten Uferseite blieb genügend Platz, um mit den restlichen Steinen zwei Buhnen zu bauen. Das fertige Werk zu betrachten, bereitete mir eine diebische Freude, waren doch Buhnen im gesamten Isarplan nicht vorgesehen. Immer wieder waren von der Isar-Allianz in den Stellungnahmen zur Isarrenaturierung solche strömungslenkenden Bauwerke unter Hinweis auf den Hochwasserschutz abgelehnt worden.

Bis heute kam noch keine Kritik aus dem Baureferat. Jetzt heißt es warten, wie die Isar und das nächste Hochwasser „meine“ Steine durcheinander wirbeln. Falls das Fahrverbot innerhalb Münchens nun doch nicht aufgehoben wird, die Marienklause ist für den Kanusport gerettet – zumindest vorerst.

Text: Rolf Renner, Riemerling
Foto: Echle

Geschrieben von: RL Umwelt am Sonntag, den 30. Januar 2011 um 17:56 Uhr   
 
 

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