Der Isarplan – Eine halbe Sache?

 

Fünfzig Jahre nach der ersten Idee, zwanzig Jahre nach Planungsbeginn und 11 Jahre nach Baubeginn wird die Renaturierung der Isar in München im Sommer abgeschlossen. Am 6. August feiert die Landeshauptstadt und der Freistaat den feierlichen Abschluß der „Neuen Isar“.

 

Bei feierlichen Reden der Politikprominenz und der Bauherren wird voraussichtlich das hohe Lied der gemeinsamen Leistung gesungen. Sicherlich zu Recht, denn die einzige Großstadt Europas mit einem Wildfluss in ihren „Stadtmauern“ kann stolz sein auf die weltweit einmalige Umgestaltung eines Fließgewässers. Etwas bescheidener werden die Aktionen der einzelnen Verbände der Isar-Allianz und damit auch die Präsentation des Bayerischen Kanu-Verbandes ausfallen. Im Bereich der Marienklause werden Schnupperkurse in verschiedenen Bootsklassen stattfinden. In Verbindung mit der Wasserwacht zeigen Bootsfahrer und Rettungsmannschaften das richtige Retten und Bergen. Auf der Frühlingswiese, knapp oberhalb der Reichenbachbrücke, dem zentralen Ort der Veranstaltung werden die Münchner Kanuvereine mit einem Quiz zur Isar kleine und große Besucher an den Infostand locken. Das „Internationale Kanu Museum“ stellt historische Boote aus, unter anderem das Heurich-Boot, das erste Faltboot das den modernen Kanusport begründete. Schliesslich probierte Alfred Heurich sein selbstgebautes Boot 1905 auf der Isar zwischen Bad Tölz und München aus. Verbindendes Glied dieser beiden Orte soll eine Bootsfahrt in Begleitung der Wasserwacht auf der Isar sein. Leider steht heute immer noch die entgültige wasserrechtliche und juristische Genehmigung aus. Die Untere Naturschutzbehörde hat bereits ihr Veto eingelegt also kann uns nur eine politische Entscheidung helfen. Jedenfalls werden die Mitglieder der Münchner Vereine ihre Position zur neuen Bade-und Bootordnung plakativ darstellen. Vielleicht gelingt es Oberbürgermeister Ude an der BKV Stand zu locken oder zu einer Canadierrunde auf die Isar einzuladen.

Warum aber eine halbe Sache? Zwischen südlicher Stadtgrenze und der Einmündung des Werkkanals schwingt die Isar in mehren großen Bogen zwischen den Hochwasserdämmen hin und her, sie bildet dabei links und rechts große Kiesbänke. Unterhalb der Brudermühlbrücke, ab hier führt die Isar ihr gesamtes Wasser, fliesst die Isar ausschließlich entlang des linken kanalartigen Ufers. Die Planer durften auf Geheiß der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadtbezirke nur das rechte Ufer naturnah und zugänglich gestalten. Die Bäume am Ufer und die Hochwasserwiesen waren die heiligen Kühe der städtischen Behörden und der Isaranrainer. Trotz energischer Einsprüche der Isar-Allianz und entwickeln vieler Ideen konnten diese Vorgaben nicht beeinflusst werden. Wenigstens hat die Isar-Allianz zusammen mit den Stadtbezirken, den in einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb ermittelten ersten Preisträger zur Umplanung gezwungen. Das naturferne Konzept wurde verworfen, stattdessen wurden die Ideen des zweiten Preisträgers in die Planung aufgenommen und so letztendlich die heutige Gestalt der Münchner Isar geschaffen.

 

Ressort Umwelt und Gewässer

Rolf Renner - Referent Oberbayern

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Geschrieben von: VP Freizeit am Montag, den 20. Juni 2011 um 10:09 Uhr   
 
 

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