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Die Anfahrt bis ins schöne Osttirol erscheint etwas weit für vier Tage Paddel-Kurs, bei der Ankunft wird aber wohl allen spätestens klar, warum die weite Reise absolut lohnt:
Nebst den angenehmen Kursleitern, den freundlichen ÜbungsleiterInnen und den durchwegs sympathischen TeilnehmerInnen, entlohnt die einmalige Kulisse unseren weiten Anreisewege.
Der kleine aber feine Zeltplatz „Falken“ lässt keine Wünsche offen; ein tolles verlängertes Wochenende mit Paddelfreuden pur wartet auf uns.
Auch Lienz zeigt sich als historische Perle Osttirols deren Zentrum gerade einmal zehn Gehminuten von unserem Domizil entfernt liegt und Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten für alle Bedürfnisse im herrlichen Dolomitenpanorama bietet.
Kurzum: die Ausgangslage für vier grandiose Tage erscheint annähernd perfekt, muss nur noch das Wetter mitspielen...
Am Donnerstag beginnen die offiziellen Reigen äußerst entspannt um halb zehn und unser aller Großplaner Bernd beginnt seine professionelle Reiseplanung weiterzugeben.
Nachdem auch die altbekannten KursteilnehmerInnen Ihre LieblingsübungsleiterInnen anderen schweren Herzens überlassen konnten oder auch nicht, trennen sich die Wege nach wenigen Packminuten auch schon.
Die beiden Crack-Gruppen machen sich auf zur Möll und der Rest begibt sich nicht zu Loriots Kosakenzipfel, sondern zum Kosakenfriedhof an die Drau, wo wir eine ausladende Einsatzstelle finden. Diese liegt direkt unter der Oha- oder auch Ojeoje-Brücke. So genannt, weil beim Blick von der Brücke auf das doch wuchtige Wasser der Drau so manchem Teilnehmer das Herz in der Hose lachte.
Nach anfänglich großem Respekt bei vielen wich dann zusehends die Anspannung dem Genuss beim Paddeln der breiten und flotten Drau.
Alle treffen wir uns bei der Aussatzstelle und kehren gemeinsam zum Campingplatz zurück.
Die Cracks waren auf der Möll nicht ganz an Ihre Leistungsgrenze gekommen und entscheiden - ganz im ambosschen Sinne - am nächsten Tag zu Gailtalern zu werden.
Freitag - die Sonne scheint - zumindest in unseren Herzen und in Bernds Hoffnung.
Alle - außer den Gailtaler-Cracks - machen sich wieder gemütlich nach kurzer halbzehn Uhr-Besprechung auf zur Möll. Ein technischer Alpenfluss soll es diesmal werden.
Klares Bergwasser mit angenehmem Erfrischungseffekt lassen Freude an der eigenen Paddelausrüstung aufkommen. Nur wie da reinkommen (also: in Fluss und nasse Kleidung)? Direkt vor oder doch nach der auch hier architektonisch recht ähnlichen Ojeoje-Brücke oder doch etwas weiter unten?

Bootausleeren auf einem glatten Stein
Na ja, reinkommen sie mal wieder alle und runter auch - manche auch rauf auf den Stein, nachdem Sie deswegen erstmal runter ins kühle Nass durften. Der Krimi: ein volles Boot, eine Frau, ein Stein und ausreichend Zeit. Nach mühevollen Bootentleerungsmaßnahmen wieder rein in die Kiste und dann schnell vom Stein runter gerutscht - leider die Rechnung ohne den klebrigen Stein gemacht. Ergo: wieder raus aus der Kiste und den Kahn mit der Spitze auf die Walze hinter den Pritt-Stein gestellt und den Jungs aus Acapulco gezeigt, wo der Hammer hängt: mit präzisem, mutvollem Sprung direkt ins Cockpit gehüpft und mit einem Aquarium und ein paar frischen Forellen an Bord die Fahrt fortgesetzt... Fortan genannt: the Trout-Queen!
Später dann erbarmte sich auch aus den Reihen der ÜbungsleiterInnen jemand und zeigte den TeilnehmerInnen, dass die Möll durchaus schwimmtauglich ist und ein verstoßenes Paddel nicht unbedingt die Fahrt beenden muss.
Die Hauptsache jedenfalls ist wiederum geglückt: alle sind wohlbehalten zum Zeltplatz zurückgekehrt und haben eine ganze Menge gelernt. Nicht ohne schon von Mutter Natur vorab ordentlich geduscht worden zu sein - Wolkenbruch beim Ausstieg sei dank.
Auch die Gailtaler, denen der hohe Wasserstand auf der Gail zu schaffen machte, sind wohlbehalten heimgekehrt - mit diesem Kenntnisstand fällt diese Flussperle leider für den Rest der Gruppe diesmal flach.
Abends gibt es noch Resümees bei den unterschiedlichen Gruppen - alles läuft zur vollsten Zufriedenheit, bemängeln konnte man nur die knappen Ruhezeiten im Kehrwasser - die ÜbungsleiterInnen holen einfach alles aus uns heraus... Was zu diversen Fressorgien führt und den Grillkohlenumsatz der Region in die Höhe schnellen lässt - manch Spekulant wird sich über die haussierenden Rohstoffkurse und Fleischpreise in Osttirol gewundert haben.
Samstag, das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite, zumindest woanders, aber getrost nach dem Motto „rain is liquid sunshine“ brechen wir diesmal geschlossen zur Möll auf.
Wie angenehm es ist, wenn man weiß, was einen erwartet. Ein bekannter Fluss ist doch etwas angenehmer zu fahren, vor allem, wenn dank Dauerregen die dringend notwendigen zehn Zentimeter mehr Wasser drauf sind. Frohen Mutes steigen wir an gewohnter Stelle ein - die Cracks nehmen das etwas knackigere obere Stück in Angriff.
Ein relaxter Tag bei schwungvollem Wasser wartet auf uns. Nach längerer, fast Schwimmeinlagen freier Fahrt, muss der Wasserstand schlagartig zugenommen haben, denn anscheinend winkt Kapitän Ahab am gelblichen Buckel von Moby Dick hängend. Diese Rettungsgelegenheit lässt sich unser Bernd nicht entgehen und eilt der freundlich winkenden Gekenterten zur Hilfe. Schnell noch das verlorene Paddel eingesammelt und wir beenden die Fahrt auf der Möll.
Bestens gelaunt kehren wir alle zurück nach Lienz, wo uns mehr als zwei Stunden bis zum gemeinsamen Abendessen Zeit geben, zum Entspannen und - hört, hört! - Sonne anbeten oder mal nur zum Gucken in den ortsansässigen Paddelladen zu gehen und eine Stunde später mit vollen Tüten und leeren Börsen mit auslaufender Kaufrauscheuphorie zurückzukehren.
Das gemeinsame Abendessen wird genutzt, um die souveränen EPP-Prüflinge mit Urkunden zu honorieren und den Tag in größerer Runde ausklingen zu lassen.
Sonntag, der Wetterbericht ist jetzt mal nebensächlich... Mit Sicherheitsübungen beenden wir diesen genialen Kurs und machen uns schweren Herzens auf den Heimweg.
Jedoch mit der Sicherheit, dass wir alle eine Menge Neues kennen gelernt haben, nicht zuletzt eine Menge neue Freunde.
Auf die Paddelsaison 2011 sind wir vom tollen Übungsleiter-Team des BKV bestens vorbereitet worden und freuen uns schon auf ein Wiedersehen bei den nächsten Kursen.
Vielen lieben Dank im Namen aller TeilnehmerInnen an unseren Bernd und an das gesamte Team - Danke für Eure gelassene, professionelle und geduldige Arbeit mit uns!
Jörg Summer
PS: Teilnehmer oder sonstwie berechtigt Interessierte melden sich bitte bei Bernd Sachs unter um einen Zugang zu dem online Fotoalbum zu erhalten. |