Ressorttagung Aus- und Fortbildung
Im November startet der Grundlehrgang der Ausbildung zum Fachübungsleiter bzw. Trainer C. 30 Teilnehmer haben sich dazu angemeldet: zehn aus dem Wildwasser-Breitensport, fünf zum neuen Übungsleiter Touring. Neun Teilnehmer kommen aus dem Kanurennsport, sieben aus dem Kanuslalom. Auffallend, dass dieses Mal kein Canadierfahrer dabei ist, aber auch niemand aus dem Wildwasserrennsport. Die Ausbildung in der Disziplin Kanupolo war Bestandteil des letzten Lehrgangs - sie findet nicht jedes Mal statt, dazu fehlt der Bedarf.
Neues Skript
Bei den Planungen hatte das Lehrteam stets die Inhalte und Abläufe der vergangenen Ausbildungen im Kopf und versuchte, daraus konstruktiv zu lernen und eventuell notwendige Konsequenzen zu ziehen. Aber immer werden auch Anforderungen und Ideen ein- und weiter ausgebaut, z. B. in der Umweltschulung. Es wird zum Lehrgang ein neues Skript über die Ausbildungsunterlagen geben, das Sarah Ganser erstellt hat. Neben der gedruckten Form wird die Datei zusätzlich auf der Ausbildungs-Plattform online gestellt.
Auch die praxisbezogene Ausbildung wird im Breitensport wieder als Kompaktwoche durchgeführt: im Bereich Wildwasser vom 6. bis 13. August (der Ort wird noch bekanntgegeben), zeitgleich in Bamberg für den Übungsleiter Touring. Im Bereich Leistungssport wird die Praxis bei einem Wochenend-Lehrgang am 23./24. Januar in Augsburg und am 8./9. August - voraussichtlich in Oberschleißheim - gelehrt. Die Prüfung erfolgt wieder für alle Sparten gemeinsam direkt im Anschluss.
Ungewohnt
Peter Fichtner berichtete vom Fahrtenleiter-Lehrgang, der 2015 mit elf Teilnehmern durchgeführt wurde. Auffallend waren dieses Mal die außerordentlich vielen An- und Abmeldungen, aber auch die ungewohnten Fragen im Vorfeld: "Muss ich ein eigenes Boot mitbringen? Welches Boot soll ich mitbringen?" Die befahrenen Flüsse waren alle bekannt. Von einem angehenden Fahrtenleiter sollte man eigentlich ausreichend Kenntnis erwarten können, welcher Bootstyp für welches Gewässer geeignet ist. Dennoch wollte jemand zehn Kilometer Schifffahrtsstraße in einem Curve paddeln ...
Auch der Ablauf des Fahrtenleiterlehrgangs, der alle zwei Jahre stattfindet, wird sich besser an den Gegebenheiten der Praxis orientieren. Künftig wird der Lehrgang erst am Samstagfrüh beginnen, mit Anreise am Freitagabend. Bewährt hat sich in Bamberg das Paddeln im Drachenboot: "Die Teilnehmer müssen den Referenten sogar anschauen ...", strahlte Fichtner.
Bedarf wird errechnet
Alljährlich wird der Bedarf an Fortbildungen anhand der bestehenden Übersichtsliste errechnet: Wie viele Lizenzen müssen im Breitensport verlängert werden, wie viele im Leistungssport? Danach richtet sich das Lehrgangs-Angebot. Doch egal, wie die Prognosen ausfallen - gerade im Leistungssport mussten immer wieder Fortbildungen abgesagt werden, obwohl lt. Liste reichlich Bedarf bestehen würde.
Wolfgang Baude, der im Lehrteam die Lizenzen verwaltet, erinnert stets alle betroffenen Übungsleiter schriftlich, aber ohne den gewünschten Erfolg. Einigen Übungsleitern fiel immer wieder in allerletzter Sekunde ein, dass ihre Lizenz verfallen würde, wenn sie nicht "ganz schnell" noch einen Lehrgang besuchen. "Auf der einen Seite sagen wir geplante Lehrgänge ab, auf der anderen Seite schieben wir noch kurz vor Torschluss neue ein", klagte Martina Schmidt. "Notlösungen" wird es künftig nicht mehr geben, das wurde jetzt schon klargestellt. Fortbildungen sind spätestens alle vier Jahre zu absolvieren, damit die Lizenz nicht verfällt.
Für den Freizeitsport
Richtig gut laufen seit Jahren die Lehrgänge Sicherheit (2015 mit 15 Teilnehmern), Wasserrettung (14) und Paddeltechnik (sieben), aber auch Canadier, Rafting und Sicherheit auf Großgewässern wurden gut besucht. Neu im Angebot war erstmals ein Lehrgang "Optimiertes Paddeln", von dem neun Teilnehmer richtig begeistert waren. Diese Schulung ist aber keine Übungsleiter-Fortbildung, sondern sie wird vom Ressort Ausbildung für den eigentlich zuständigen Freizeitsport übernommen, weil dort ein entsprechendes Angebot fehlt.
Der Wunsch nach einem Seekajak-Kurs tauche bei verschiedenen Lehrgängen immer wieder auf, meinte Stefan-Andreas Schmidt. Aber Bayern ist kein Land am Meer! Einen eigenen Lehrgang dafür wird es im Moment nicht geben - den bietet der DKV an. Im Grunde wird das dafür notwendig Wissen auch in den Lehrgängen „Optimiertes Paddeln“ sowie in "Sicherheit auf Großgewässern" mit vermittelt.
Forbildungen 2016
Im kommenden Jahr ist der Bedarf an Lizenzverlängerungen nicht so hoch wie 2015, deshalb werden weniger Fortbildungen angeboten:
- Leistungssport (das ÜL-Wochenende kann auch als Fortbildung besucht werden) am 23.-24. Januar in Augsburg
- Sicherheit am 25.-26. Juni in München
- naturverträglicher Kanusport am 02.-03. Juli in Königsdorf
- Wasserrettung am 09.-10. Juli in Lofer
- Paddeltechnik 03.-04. September in München
- Leistungssport mit Trainingslehre und - neu! - Feldenkrais im Herbst. Die Teilnahme an diesem Lehrgang lohnt sich wirklich, denn gerade hier werden immer auch externe Referenten mit eingesetzt.
Weitere Lehrgänge werden durchgeführt, jedoch ohne Lizenzverlängerung:
- Optimiertes Paddeln für Wanderfahrer (einschl. Seekajak ) am 17./18. Juni in Bamberg
- Sicherheit und Orientierung auf Großgewässern am 08.-10. Juli auf dem Staffelsee
- Sicherheit auf Binnenschifffahrtsstraßen am 07.-09. Oktober in Regensburg
Anmeldungen künftig online
Im Zuge der Neugestaltung der BKV-Homepage wird auch der Bereich Ausbildung optimiert. Die Lehrgänge werden ab dem nächsten Jahr übersichtlich unter den Rubriken "Ausbildung", "Fortbildung" und in einem neuen Menü-Punkt "ohne Lizenzverlängerung" zu finden sein. Neu ist dann eine benutzerfreundliche Online-Anmeldung, die es auch den Lehrgangsleitern ermöglicht, die kompletten Anmeldelisten als Excel-Datei abzurufen.
Aus dem Deutschen Kanu-Verband berichtete Martina Schmidt von einem nach dem Rücktritt der Ressortleiterin Petra Eytel-Gentner momentan verwaisten Ressort. Wer das Amt übernehmen wird, stehe noch nicht fest. Hinzu komme, dass die hauptamtlichen Kräfte schon seit Längerem krank sind...
Menschlichkeit, Freundlichkeit und Konsequenz
BKV-Präsident Oliver Bungers nahm die Ressorttagung zum Anlass, sich bei den ausscheidenden Lehrteams-Mitgliedern für das geleistete Engagement zu bedanken und sie zu ehren.
Martina Schmidt beendet ihre Tätigkeit im Ressort nach zehn Jahren großen persönlichen Einsatzes. Bungers erinnerte sich noch ganz genau, wie die Zusammenarbeit mit ihr vor zehn Jahren begann. Anfangs nicht ganz ohne Vorbehalte, doch bald sehr vertrauensvoll und voller Respekt. Die Ressortleiterin hat in dieser langen Zeit eine ganze Menge bewegt und maßgeblich Fußstapfen hinterlassen. Dem Bayerischen Kanu-Verband bleibt sie als Kassenprüfer erhalten.
"Sie hat den Mittelweg gefunden zwischen Menschlichkeit, Freundlichkeit und Konsequenz", meinte Peter Fichtner. Den roten Luftballon in Herzform blies er nur klein auf, damit sie nicht zu schnell abhebe. Was damit gemeint war, wurde jedem klar, als Schmidt den dazu überreichten Umschlag öffnete: Das Ressort schenkte ihr und ihrem Mann einen Gutschein zu einer Ballonfahrt.
Ehrennadel in Gold
Martina Schmidt bedankte sich beim Lehrteam für die jahrelange Unterstützung und das gemeinsame Engagement: "Es gibt kein schöneres Ressort im BKV, als die Ausbildung", stellte sie fest – dann versagte ihr die Stimme …
Der einzigartige schmidtsche fränggische Dialekt wird künftig fehlen: kein EBB, keine Bädagogig mehr ... Oliver Bungers zeichnete Martina Schmidt für ihre Verdienste mit der BKV-Ehrennadel in Gold aus. Er bezeichnete es als nicht alltäglich, dass nahtlos die Leitung des Ressorts weitergeführt wird.
Den selben "sanften" Wechsel gab es zeitgleich auch im Ressort Öffentlichkeitsarbeit, dessen Leiterin Uschi Zimmermann ihre Nachfolgerin Petra Münzel-Kaiser gleich zur Ressorttagung mitgebracht hatte. Zimmermann bleibt dem Ressort Ausbildung jedoch für dessen Öffentlichkeitsarbeit weiter erhalten.
Aus dem Nähkästchen
Nach 28 Jahren beendete Klaus Smolareck sein offizielles Engagement im Ressort. Auch nach einem Umzug nach Minden in Westfalen scheute er die weite Anreise nicht, um bei Lehrgängen zur Verfügung zu stehen. Auch bei ihm plauderte Oliver Bungers aus dem Nähkästchen, denn es braucht wohl immer einen gewissen Anlass, um den Einstieg ins Lehrteam zu finden:
Bei einem Lehrgang 1988/89 wurde das Thema Pädagogik etwas trocken von einer Mathematik-Lehrerin behandelt, noch dazu zu sehr später Stunde, wovon der junge Smolli nicht sonderlich begeistert war. Das könne er auch machen, meinte er damals und stellte das dann auch in vielen, vielen Lehrgängen unter Beweis. Auch im DKV-Freizeitausschuss war er eine Zeit lang tätig. Präsident Bungers ehrte ihn mit dem Ehrenbrief des Deutschen Kanu-Verbandes.
Mit Rat und Tat unterstützt
Regina Fichtner betreute über viele Jahre das Thema "Gymnastik, aber richtig" in der Übungsleiter-Ausbildung. "Sie war gefürchtet", wurde erzählt, aber so mancher stellte in den Lehrgängen auch fest, dass er danach keine Rückenschmerzen mehr hatte. Oliver Bungers ehrte Regina Fichtner mit der BKV-Verdienstnadel in Gold.
Noch eine weitere Ehrung hatte der Präsident in petto: Auch wenn Karl-Heinz Schmidt kein offizielles Mitglied im Lehrteam war - er hat immer seine Frau begleitet, als erfahrener Kanute diese in vielen Bereichen mit Rat und Tat unterstützt, vielfach als Shuttlebunny fungiert und das Lehrteam in all den Jahren gut versorgt. Dafür bedankte sich Oliver Bungers bei ihm mit dem BKV-Ehrenbrief.

