Deutsche Meisterschaften 2026

Nur eine Woche nach den Aufstiegsmeisterschaften traf sich die deutsche Kanu-Polo-Elite erneut in Essen. Vom 13. bis 16. August wurden auf fünf Spielfeldern die Deutschen Meister in den Alters- und Leistungsklassen ermittelt. Mit Mannschaften aus Neuburg, Coburg, Nürnberg und Schleißheim war Bayern auch bei den nationalen Titelkämpfen stark vertreten. Die Deutsche Meisterschaft bildete den sportlichen Höhepunkt im Kanu-Polo der Saison 2026. Neben den Bundesligen der Damen und Herren wurden Titel in den Nachwuchsklassen U14, U16 und U21 (Herren) vergeben. Insgesamt gingen zahlreiche Teams aus dem gesamten Bundesgebiet an den Start und sorgten für vier Tage hochklassigen Kanu-Polo-Sport.
Bereits in den Vorrundenspielen wurde deutlich, dass die Leistungsdichte bei den nationalen Titelkämpfen außerordentlich hoch war. Jeder Ballgewinn, jeder Schnellangriff und jede erfolgreiche Torverteidigung konnte über das Weiterkommen entscheiden. Die bayerischen Mannschaften hielten dabei mit großem Einsatz dagegen und lieferten immer wieder intensive Duelle.

Neuburg zeigt seine Klasse

Der DRC Neuburg ging mit viel Selbstvertrauen in die Meisterschaften. Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei den Aufstiegsspielen eine Woche zuvor präsentierten sich die Donaustädter auch bei der Deutschen Meisterschaft als eingespieltes Team. Die erste Herrenmannschaft des DRC Neuburg trat in der 2. Bundesliga der Herren an. Im verbandsinternen Duell setzten sie sich in zwei Viertelfinalpartien im Best-of-Three Modus gegen die bayerischen Konkurrenten vom KV Nürnberg durch (5:4 und 3:2).

Vor allem in den engen Spielsituationen vor dem gegnerischen Tor zeigte das Team seine Erfahrung. Immer wieder gelang es den Neuburgern, durch schnelles Kombinationsspiel gefährliche Angriffe einzuleiten und die Gegner unter Druck zu setzen. So wurden sie auch für die erfahrene Mannschaft des WSF Libar II in den Halbfinalpartien zu einer echten Gefahr. Während Liblar das erste Match gewann, holten sich die Neuburger den Sieg in der zweiten Partie und zwangen die späteren Ligasieger ins dritte Spiel. Leider konnten sie den Clou im dritten Match nicht wiederholen, qualifizierten sich aber natürlich für das kleine Finale um Platz drei. In zwei Spielen machten sie mit KGW Essen II kurzen Prozess und gewannen 7:4 und 5:2. Damit sicherten sie sich einen hervorragenden dritten Platz in der 2. Bundesliga und qualifizierten sich sogleich für einen Relegationsplatz. Erneut wurde in drei Spielen gekämpft. Jedoch setzte sich der Erstligist vom Wuppertaler KC am Ende gegen das Team des Donau Ruder Clubs durch. Die Neuburger Spieler zeigten an den Deutschen Meisterschaften ihre Stärken auf und untermauerten sowohl den Titelgewinn am Deutschland Cup 2026 (ebenfalls in Essen) als auch ihre Ambitionen in der nächsten Saison erneut anzugreifen.

DRC Neuburg U14: Mutiger Auftritt gegen Deutschlands beste Nachwuchsteams

Der DRC Neuburg vertrat den Bayerischen Kanu-Verband bei der DM 2026 auch in der Altersklasse U14 und sammelte wertvolle Erfahrungen auf höchstem nationalen Niveau. In einer anspruchsvollen Vorrundengruppe trafen die jungen Donaustädter unter anderem auf die später vorne platzierten Teams aus Bergheim, Duisburg und Wuppertal. Trotz der Niederlagen gegen die Topfavoriten zeigte die Mannschaft großen Kampfgeist und steigerte sich im Verlauf des Turniers deutlich. Besonders eindrucksvoll waren die beiden Siege gegen den Braunschweiger KC (10:4) und VK Berlin (5:1), mit denen sich Neuburg den vierten Platz in seiner Vorrundengruppe sicherte.

In der Zwischenrunde kämpften sie mutig gegen RSV Hannover und KC Wetter, mussten sich jedoch in beiden Partien geschlagen geben. Im letzten Spiel auf dem Baldeneysee gaben sie nochmal Alles und fegten KGW Essen mit 11:3 vom Feld, somit erspielten sie sich den elften Rang auf der Deutschen Meisterschaft. In der Neuburger U14 traten gleich zwei Topscorer hervor: Carl Pitsch und Paul Baumeister konnten beide jeweils zehn Treffer im Turnierverlauf erzielen.

PSC Coburg setzt seine Erfolgsgeschichte fort

Auch der PSC Coburg war bei den nationalen Titelkämpfen vertreten. Die Vestestädter haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich in der deutschen Kanu-Polo-Landschaft etabliert und zeigten auch bei der Deutschen Meisterschaft Präsenz.

Der Nachwuchs des PSC Coburg spielte sich bei der Deutschen Meisterschaft 2026 in der Altersklasse U16 unter die Top-Ten Teams Deutschlands und stellte sein Können gegen starke Konkurrenz eindrucksvoll unter Beweis. In der Vorrunde traf der PSC auf renommierte Gegner wie KCNW Berlin, VMW Berlin und die Gastgeber aus Essen. Nach schwierigen Auftaktpartien gegen die Berliner Spitzenteams zeigte die Mannschaft eine starke Reaktion und sicherte sich mit einem dramatischen 6:5 Erfolg gegen KGW Essen sowie einem überzeugenden 8:5 gegen den Braunschweiger KC zwei wichtige Siege. Damit erreichte Coburg den vierten Platz in der Vorrundengruppe und qualifizierte sich zugleich für die K.O.-Runde.

Im Viertelfinale wartete mit TuS Warfleth ein weiterer hochklassiger Gegner. Trotz großem Einsatz musste sich der PSC Coburg mit 1:5 geschlagen geben und verpasste den Einzug in die Medaillenrunde. Im Platzierungsspiel der DM 2026 standen sich der PSC Coburg und der WSF Liblar gegenüber. Mit einem knappen 2:1 Sieg setzten sich die oberfränkischen Spieler.innen am Ende der DM ein letztes Mal durch und holten sich den verdienten siebten Platz in der U16-Klasse sowie einen bemerkenswerten Platz unter den Top-Ten der deutschen Jugendteams.

PSC Coburg Damen gewinnen Deutsche Vizemeisterschaft

Die Damen des PSC Coburg krönten ihre starke Saison bei der Deutschen Meisterschaft 2026 mit dem Gewinn der Silbermedaille. Damit untermauerten die Oberfränkinnen den Silbergewinn vom Deutschland Cup 2026 und bestätigten eindrucksvoll ihre Stellung unter den stärksten Frauenmannschaften Deutschlands.

Auf dem Weg ins Finale überzeugte das Team durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, hohe taktische Disziplin und eine stabile Defensive. Besonders in den entscheidenden Begegnungen bewiesen die Coburgerinnen Nervenstärke und setzten sich auch in engen Spielsituationen erfolgreich durch. Nachdem sie in  der ersten Play-Off Partie gegen KCNW Berlin 4:1 im Rückstand lagen, konnten sie das Spiel noch zum 5:4 Sieg drehen. Auch die zweite Partie gegen Berlin verlief auf Augenhöhe, ging aber knapp verloren (1:2). In der dritten Viertelfinalpartie stand es zur Halbzeit 2:2 Unentschieden. Jedoch traf KCNW in der 18. Minute den Führungstreffer, den Ausgleich schaffte der PSC erst 30 Sekunden vor Abpfiff der regulären Spielzeit. In der dritten Verlängerung erlöste die ehemalige Nationalspielerin Leonie Wagner ihr Team mit dem Treffer zum Golden Goal. Damit standen die Spielerinnen des PSC Coburg im Halbfinale den Spitzenreiterinnen der diesjährigen Ligatabelle vom WSF Liblar gegenüber. Und die Spannung ließ nicht nach: Während die Coburgerinnen das erste Play-Off Match erneut durch eine Golden Goal gewannen, holten sich die Frauen aus Liblar den Sieg im zweiten Match. So sorgte der PSC erneut für ein spannendes Abendprogramm an der DM auf dem Baldeneysee. Mit einem sicheren 5:2 Sieg qualifizierten sich die bayerischen Spielerinnen den Einzug in die Endspiele. Aus der Liga waren sie als fünftplatziertes Team gestartet und hatten sich diesen Finaleinzug hart erkämpft. Nach dem ersten Spiel gegen den 1. MKC Duisburg mussten sie eine 1:3 Niederlage verkraften und holten sich aber den Sieg im zweiten Spiel mit 1:0. Das dritte Spiel wurde direkt im Anschluss ausgetragen und aus Coburger Sicht gingen den Spielerinnen nach dem anstrengenden Weg durch den Turnierbaum die Kräfte aus. Leider konnten sie das dritte und entscheidende Spiel am Sonntag nicht gewinnen. Mit erhobenem Haupt und voller Stolz wurde jedoch Silber gewonnen. Ein wahnsinnig, toll erarbeiteter Sieg für die Frauen des Paddel- und Segelclubs.

Nürnberg in den Play-Offs

Der KV Nürnberg stellte sich bei der Deutschen Meisterschaft 2026 der starken Konkurrenz in der 2. Herrenbundesliga. Dabei bekamen es die Franken bereits in der ersten Runde mit dem DRC Neuburg zu tun. Beide bayerischen Vereine lieferten sich zwei enge und umkämpfte Begegnungen. Nürnberg musste sich zunächst knapp mit 4:5 geschlagen geben, verlor dann auch das Rückspiel mit nur einem Tor (2:3) und verpasste damit den Einzug in die nächste Runde. Anschließend zeigte die Mannschaft jedoch Moral: Gegen ACC Hamburg II gelang mit einem starken 3:1 Erfolg ein wichtiges Erfolgserlebnis, auch wenn die Play-Off-Begegnung im dritten Spiel verloren ging. Somit holten sich die Spieler des KVN einen achtbaren achten Platz in der 2. Kanu-Polo Bundesliga. Auch wenn am Ende kein Spitzenplatz heraussprang, hinterließ der KV Nürnberg mit großem Einsatzwillen und attraktivem Offensivspiel einen positiven Eindruck auf nationaler Bühne.

Schleißheimer U14-Nachwuchs überzeugt mit Kampfgeist und Teamleistung

Der Schleißheimer PC zeigte bei der Deutschen Meisterschaft 2026 in der U14 Konkurrenz eine starke Leistung und gehörte zu den positiven Überraschungen aus bayerischer Sicht. In der Vorrunde trafen die Oberbayern auf namhafte Gegner wie den späteren Deutschen Meister KSVH Berlin. Besonders bemerkenswert waren die beiden Unentschieden in der Gruppenphase gegen RSV Hannover (4:4) und gegen Gastgeber KRM Essen (4:4). Gegen KSV Glauchau gelang zudem ein überzeugender 6:2 Erfolg.

Auch in der zweiten Turnierphase präsentierte sich die Mannschaft in guter Verfassung. Gegen den Wuppertaler KC spielten sie ein Remis (2:2) und mit 15:4 holten sie einen Achtungssieg gegen KGW Essen in der Zwischenrunde. Im Platzierungsspiel gegen den KC Wetter bewiesen sie Nervenstärke und erzielten in der 21. Spielminute das Golden Goal zum Sieg. Ein starker 9. Platz in der Schülerklasse für das Team vom Schleißheimer Paddelclub. Die Schülerspieler.innen holten sich außerdem ein tolles Top-Ten Ergebnis und erwarben viel Erfahrung auf dem Großevent.

Bayern zeigt seine Stärke

Mit Vereinen aus Neuburg, Coburg, Nürnberg und Schleißheim war der Freistaat in mehreren Spielklassen vertreten und stellte die Vielfalt seiner Kanu-Polo-Landschaft unter Beweis. Von etablierten Bundesligisten bis hin zu ambitionierten Nachwuchsteams zeigten die bayerischen Vereine, dass sie auch im bundesweiten Vergleich eine wichtige Rolle spielen. Besonders im medialen Fokus stehen hier natürlich die beiden gewonnenen Medaillen auf den Deutschen Meisterschaften: Bronze für die Herren des DRC Neuburg I und Silber für die Damen des PSC Coburg.

Nach den erfolgreichen Aufstiegsmeisterschaften und den anschließenden Deutschen Meisterschaften kann die bayerische Kanu-Polo-Szene auf zwei intensive Wochenenden zurückblicken. Die zahlreichen Teilnahmen auf nationaler Ebene bestätigen die kontinuierliche Entwicklung der Vereine und lassen optimistisch auf die kommende Saison blicken.

Bildergalerie: Fotos von Nils Lasse Nowak

Fotos im Text: privat

Text: Pia Schwarz

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