Rekordverdächtig: Süddeutsche Meisterschaft im Wildwasserrennsport
Rekordverdächtig: Süddeutsche Meisterschaft im Wildwasserrennsport
Straubing/Passau. Am 20. und 21. 06. fand nun zum dritten Mal die Süddeutsche Meisterschaft in der Doppelkombination der Veranstaltungsorte Straubing ( Donauschleife ) und Passau (Innmündung/Marienbrücke) statt.
Hitzerekord
Das erste Mal jedoch lag diese Veranstaltung im Hochsommer und hier wurde gleich der erste Rekord geknackt – es war das bisher heißeste Wochenende des Jahres mit rekordverdächtigen Temperaturen von 36 Grad Celsius . Das brachte sowohl die Kanuten als auch die Veranstaltungscrews zum Schwitzen, die eine oder andere Rolle zur Abkühlung war angebracht, andere gingen gleich im Fluß baden, teils mehr oder auch weniger freiwillig, das kalte Wasser war in jedem Fall sehr erfrischend.
Teilnehmerrekord
Die Teilnehmerzahlen waren seit Corona erstmals wieder über 50 Teilnehmer mit mehr als doppelt sovielen Starts pro Tag gestiegen. Dieser neue Höchststand war sehr erfreulich, obschon er die Organisatoren Peter Meinhardt (Straubing) und Uwe Klessinger (Passau) schon im Vorfeld etwas stärker ins Schwitzen brachte – weil man vom Zeitplan her heutzutage gar nicht mehr auf den großen Andrang von Sportlerinnen und Sportlern eingestellt war. Auch nahm dieses Jahr Baden-Württemberg nach langjähriger Abstinenz wieder an der Süddeutschen teil, was ebenfalls zu begrüßen war.
Süddeutscher Schülerzahlenrekord
Wenn man nachschaut, was den neuen Teilnehmerrekord verursacht hat, konnte man feststellen, dass die Schülerzahlen seit vielen Jahren erstmals wieder zweistellig wurden, so dass dieses Jahr wieder mehrere Schülerklassen getrennt starten konnten. Lediglich bei der U9 war nur ein einziger Sportler gemeldet, der dann in der U12 antreten musste. Es wäre wünschenswert, wenn sich das U9-Aufkommen bis zur nächsten Süddeutschen noch angleichen würde, zumal keine ernsthaften Schwierigkeiten in den Schülerstrecken enthalten sind.
Rekordverdächtiges Canadieraufkommen
Rekord Nummer vier war der Canadierblock, der beim Straubinger Rennen eingeführt wurde, so starteten insggesamt sieben Personen im C1 Classic und Sprint (Schüler, Frauen und Männer), sowie ein C2 in der Klasse männliche Jugend, also insgesamt 9 Kanuten mit Stechpaddel und Startnummer am Start, sowie nebenher eine Betreuerin , die das Sprinttraining ihrer Schüler ebenfalls mit C1 begleitete. Man sieht - die Canadiergemeinde in Süddeutschland wächst und das hoffentlich nachhaltig, waren doch insgesamt drei Schüler, ein Jugendfahrer und eine Juniorin darunter.
Die schnellsten Zeiten bei den Herren Kajakfahrern fuhren erwartungsgemäß Finn Vogler und Phillip Blum von der TG München, beides Nationalmannschaftsmitglieder, sowie Anna v. Hehn bei den Damen , ebenfalls TG München und U18 Nationalteam. Beim Rahmenrennen SUP siegte auf der Langstrecke Günther Bachhuber aus Kelheim, beim Sprint Ludwig Jungmayer aus Straubing.
In Straubing galt die klassische Langstrecke als süddeutscher Meisterschaftslauf, in Passau hingegen der Sprint. Die weiteren Läufe hatten immerhin noch Wertigkeit für die Bayerische Meisterschaft, deren Endläufe Classic und Sprint im September in Kelheim und München ausgefahren werden.
Rundenrekord
In Passau fand das Rennen als Rundkurs (und zwar Classic und Sprint) statt, hier war gab es die pikante Schwierigkeit im Rennen, dass die Schüler unter der Innbrücke einmal eine kleine Stufe runter und wieder hoch fahren mussten, ohne sich im Strömungs-V quer zu legen, was am morgen noch fleißig geübt wurde. Bei den Erwachsenen ging es sogar darum, alle Kehrwässer, die hinter den zahlreichen Brückenpfeilern entstanden, effizient zu befahren und so unterhalb der Brücke von Kehrwasser zu Kehrwasser zu queren, bevor die letzt
e Stufe wieder hochgefahren wurde zum Ziel.
Hier hat man es fast schon fast mit einem slalomartigen Parcours zu tun, den man ebenfalls im Vorfeld ausprobieren musste. Er stellte gewisse Anforderungen an die Geschicklichkeit und Bootsbeherrschung der Fahrer und ist in dieser Form in Deutschland einzigartig, aber er ist durchaus machbar. Angereiste Vereine nutzen die Gelegenheit nicht nur zum Rennen fahren, sondern auch um die Kehrwasserbefahrung mit dem 4,5 -m-Kajak zu trainieren.
Schon allein wegen der Trainingsmöglichkeit ist Passau eine Reise wert, allerdings waar die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vortag etwas geschrumpft, was sich besonders bei den Damen und beim SUP -Rahmenrennen bemerkbar machte. Auch fand der Veranstalter keinen Platz für die Canadier im Zeitplan, was ( nicht nur) von der Canadiercommunity bedauert wurde, wenn man trainiert hat, möchte man ja schließlich auch fahren.
Jede Menge Publikum
Die Strecke in Passau fand vor grandioser Altstadtkulisse der Dreiflüssestadt statt, die Spaziergänger an der Uferpromenade blieben häufig als Zuschauer stehen oder befragten die Kanuten und Betreuer zu ihrer Sportart, die man ja im Fernsehen leider nie zu Gesicht bekommt. Vielleicht könnte man die Location in Passau demnächst nutzen , um einen Infostand zum Thema Kanu und Wildwasserrennsport betreiben.
Alles in Allem war die Süddeutsche dieses Jahr eine rundum erfolgreiche Veranstaltung – wenn man wollte sogar 2für die ganze Familie“, bei der mit wenig Fahraufwand auf weitestgehend unfallsicheren Strecken trainiert und gewetteifert wurde. Vielleicht ein Geheimtipp für Vereine, die leichte und logistisch einfache Rennen für Kinder und Anfänger besuchen möchten.
Hier einige Süddeutsche Meister 2026:
Classic:
C1 Herren: Günther Bachhuber , Kelheim
K1 Herren: Finn Vogler, München
K1 Damen: Fini Klein, München
K1 U 16/18: Elias Schleinkofer, Straubing
K1 Mannschaft: Vogler/Bluhm/Klettenheimer, München
Sprint:
K1 Herren: Finn Vogler, München
K1 U16/U18 Elias Schleinkofer, Straubing
K1 Mannschaft: Vogler/Bluhm/Klettenheimer, München
Weitere Platzierungen und Ergebnislisten:
https://kanu-wildwasser.de/ergebnisse-2026/
Bericht: Jana Herzog, Fotos: Christine Schleinkofer


