Alles im Griff auf der f.re.e 2026
Das ist auch BKV-Präsident Oliver Bungers und der
Messeleitung bewusst, die sich ausdrücklich bei den Helfern bedankten.
Es gab nur fröhliche und lachende Gesichter (bis auf ein kleines Mädchen, das beim Gedanken daran, die Schuhe ausziehen zu müssen, ins Weinen geriet)! Dieses Jahr waren aufgrund der zeitgleich stattfindenden Jugend-Skiwoche viele neue Helfer im Einsatz, allein eine ganze Truppe vom KK Rosenheim. Und alle strahlten: „Es hat so viel Spaß gemacht! Wir wollen nächstes Jahr wieder dabei sein – bitte sagt uns Bescheid!“ Ein anderer, schon etwas älterer Freiwilliger meinte: „Ich habe schon lange nicht mehr mit Kindern gearbeitet – es war einfach großartig!“ Klar, man konnte bei so einigen Naturtalenten ja auch den direkten Erfolg feststellen.
Erfolg stellte sich auch beim Verband ein, denn nicht Wenige
erkundigten sich nach Adressen von Kanuvereinen in ihrer Nähe. Kinder, die einmal Feuer gefangen haben, lassen ihren Eltern so schnell (manchmal tatsächlich jahrelang) keine Ruhe. Das wurde uns mehr als einmal bestätigt.
Im Dauereinsatz
Für die BKV-Helfer war es täglich das gleiche Ritual: Schon lange, bevor die Messe ihre Tore für Besucher öffnete, trafen sie ein, kleideten sich in ihr apfelgrünes T-Shirt, das sie als „Trainer Kanusport“ kennzeichnete, schmückten sich mit ihrem Namensschildchen, halfen beim Aufbau der „Requisiten“. Dann rief die unangefochtene „Chefin der Paddelabteilung“, Claudia Rohe aus Klingenberg, zum Morgenappell. Um 10 Uhr öffnete die f.re.e ihre Tore, ab 10.10 Uhr begann der Run auf die begehrten Paddelboote.
Das bedeutete Dauereinsatz für diejenigen, die die Schwimmwesten
ausgaben, die immer länger werdende Warteschlange regulierten, Boote ins Wasser legten (oder wieder herausnahmen), Paddler hineinsetzten … Die „Froschmänner“ im Trockenanzug holten sich im kalten Wasser trotz angepasster Kleidung bald kalte Füße – aber sie waren wie jedes Jahr unverzichtbar, wenn es galt, einen „Knoten“ auf dem See zu entwirren oder beim Ein- und Aussteigen das Boot von der Wasserseite aus zu sichern. Bis auf kurze Essenspausen, in denen die Aufgaben unkompliziert getauscht wurden, waren sie unaufhörlich im Einsatz, bis nach Messeende um 18 Uhr alles aufgeräumt war.
Organisationstalent Claudia
Claudia stand von Mittwochmorgen bis Sonntagabend im Dauerstress!
Sie teilte Helfer ein, sorgte am Counter für korrekt ausgefüllte Haftungserklärungen, notierte dabei von Anfang an die Teilnehmerzahlen (daher die genaue Anzahl), erklärte den Interessierten, dass sie Schuhe und Strümpfe ausziehen sollten: „Die Strümpfe gleich in die Schuhe rein, Hosenbeine hochkrempeln, Ärmel hochschieben bzw. Pullover ausziehen, dann geht Ihr zu den Schwimmwesten.“ Und wenn sie genügend Helfer hatte, die ihr die Arbeit am Counter abnahmen, erklärte sie den Paddelwilligen die richtige Paddelhaltung und -technik. Sie wurde nie müde und strahlte ohne Unterbrechung!!!
Besonders freute sie sich: „Ganz viele Kinder bedanken sich dieses Jahr, dass sie Bootfahren durften und auch für den Traubenzucker-Lolly.“ Beispiel: „Ein kleines Mädchen kam zum Counter: ‚Danke für den Lolly, den mein Bruder bekommen hat!‘ Natürlich wurde auch sie mit einem Lolly belohnt.“
Schon am Mittwochmittag stand das erste Highlight an: Julian Janssen, bekannt als Checker Julian, trat zum Wettpaddeln gegen Kinder und Jugendliche an. Organisationstalent Claudia hatte die Situation mit Equipment, Start und Ziel und ihren Helfern voll im Griff. Gelernt ist halt gelernt (Lehrerin)! Und der Herausforderer Julian, der „im Urlaub mal im Boot gesessen“ hatte, stellte schnell fest, dass er gegen so manches kleines Naturtalent keine wirkliche Chance hatte. Gegen Ende der insgesamt vier „Rennen“ hatte er dann aber doch ausreichend Erfahrung mit seinem Kajak gesammelt, um nicht hinten zu liegen.
Bühnenprogramm fesselt
Weitere Highlights fanden auf den Messebühnen statt: Das BKV-Ressort Umwelt und Gewässer mit seinem Ressortleiter Dr. Stefan Schmidt und weiteren Partnern stellte fast täglich das Projekt „Fluss.Frei.Raum“ vor. Kanufilmer Olaf Obsommer entführte in faszinierenden Bildern und Filmen ins „Familienabenteuer Grand Canyon“ und/oder in die „Leidenschaft Kanusport: Ein Leben im Fluss“. Neu im Bühnenprogramm war die Autorenlesung von Petra Münzel-Kaiser, die erst erzählte, wie sie zu der Idee, einen Wildwasserkrimi zu schreiben kam, und dann ihre Zuhörer mit einer überaus spannenden Stelle aus ihrem Buch „Fluss.Aus.Ende.“ fesselte. Natürlich wollte man wissen, wie die Story endet! Aber Petra ließ den Ausgang offen … Die 15 Minuten Programmzeit waren viel, viel zu kurz!
Der Info-Stand des Bayerischen Kanu-Verbandes diente häufig der fröhlichen Kontaktpflege mit bekannten Gesichtern. Aber der Stand war auch Anlaufpunkt für Interessenten, die das Paddeln lernen wollten. Einen Kurs buchen? Im Verein lernt man mehr als nur ein wenig Technik – da gibt es das Rund-um-Programm! „Stimmt, da haben Sie Recht!“ bekamen die Vertreter des BKV nach ihren Erklärungen oft zu hören. Bei dem Wort „Verein“ denken viele nur an „Dienste“, vom Sinn oder Nutzen im Kanusport haben sie zuvor noch nie etwas gehört.
„Ich kenne nur die BOOT in Düsseldorf, hab aber schon so viel vom Kanusport auf der Münchner f.re.e gehört“, das war der Grund des Besuchs von Gabi Koch, der Vizepräsidentin Freizeitsport im Deutschen Kanu-Verband. Sie führte einen ganzen Tag lang Gespräche mit den BKVlern und den Ausstellern. Hersteller und Händler waren 2026 wieder um einiges zahlreicher vertreten als in den letzten Jahren und präsentierten auch ihre neuen Bootsmodelle. Es ging also bei Weitem nicht nur ums Neugierig machen auf den Kanusport, sondern auch um den Service für den erfahrenen Paddler.
Die Reise- und Freizeitmesse f.re.e findet 2027 statt vom 10. bis 14. Februar. Das ist wieder in den Faschingsferien (8.-12.2.27).
Text + Fotos: Uschi Zimmermann



