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75 Jahre Bayerischer Kanu-Verband

Voller Stolz blickt der Bayerische Kanu-Verband (BKV) auf 75 Jahre Geschichte zurück. Pioniere und Revolutionäre des Kanusports fanden sich ebenso in seinen Reihen wie Weltmeister und Olympiasieger. Mit der Olympiaregattastrecke in Oberschleißheim und dem Eiskanal in Augsburg liegen national und international heute noch bedeutende Wettkampforte und Bundesleistungszentren in Bayern. Nicht nur deswegen ist der Bayerische Kanu-Verband immer wieder gefragt, wenn es um die Ausrichtung und Organisation von nationalen und internationalen Wettkämpfen geht, auch sein Knowhow hat sich bewährt.


Nach einer Auseinandersetzung mit dem Deutschen Kanu-Verband, verschiedentlich als "Faltbootkrieg" bezeichnet, wurde das Kriegsbeil nach Unterzeichnung eines Vertrages beim DKV-Verbandstag am 16./17. Februar 1924 in Dresden begraben. Dieses Datum gilt als die Geburtsstunde des Bayerischen Kanu-Verbandes.

Trotz der Nachkriegsnot und unaufhaltsamen Inflation der Reichsmark erlebte der Kanusport unter dem Vorsitz seines Bayern-Kreis-Pr"sidenten Dr. Max W. Eckert einen Aufschwung. In Verbindung mit dem Deutschen Kanutag 1926 in Murnau am Staffelsee wurden die Deutschen Rennsportmeisterschaften auf dem Staffelsee und die Faltbootmeisterschaften auf der Isar ausgetragen. Auf der Staffelsee-Insel "Große Birke" traf sich die deutsche Kanufamilie zu einem gemeinsamen Zeltlager.

Der Kanuwandersport gewann immer mehr Freunde. So wurden lt. Statistik des österreichischen Grenzzollamts 1928 beim Grenzübertritt von Personen fremder Staatszugehörigkeit 3099 Kanuten in 1800 Faltbooten abgefertigt. Bis 1930 hatte sich die Zahl auf 4512 Personen in 2.617 Booten erhöht.

Der Kriegsausbruch traf den deutschen - und damit den bayerischen - Kanusport völlig unvorbereitet. Eine übergroße Belastung, die mit der Fortdauer des Krieges stetig zunahm, traf vor allem die Frauen in der Heimat. Sie übernahmen oft auch noch die Verantwortung für den Fortbestand ihres Vereins. Die Kriegsmeisterschaften wurden mehr und mehr zu einem "Treffen der Überlebenden". Bootshäuser wurden von Bomben zerstört, gingen in Flammen auf, wurden geplündert oder als Notunterkünfte zweckentfremdet. Der Kanusport stand bei Ende des Zweiten Weltkrieges praktisch vor dem Nichts.

Doch schon bald regte sich neues Leben in den Vereinen. Trotz vieler Hemmnisse gab es 1947 wieder Rennen und zwei Slalomveranstaltungen auf der Isar. Die erste Deutsche Kajakslalom-Meisterschaft am 14./15. August 1948 in München-Thalkirchen sah ca. 100 Kanuten aus 13 Vereinen am Start.

München war Austragungsort der Olympiade 1972, und in Oberschleißheim wurde dafür die noch heute als Bundesleistungszentrum genutzte Regattaanlage für den Ruder- und Kanusport gebaut. Kanuslalom wurde erstmals ins olympische Programm aufgenommen. Ca. 30.000 Zuschauer fanden sich zu den Olympischen Spielen am neu gebauten Eiskanal ein, wo Magda Wunderlich vom MTV München die Bronzemedaille im Einerkajak Kanuslalom gewann.

1971 führte der Bayerische Kanu-Verband den Fachübungsleiter als Qualifikationsmerkmal für die Ausbildung ein. Für den BKV wurde eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung erarbeitet und vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus anerkannt. Fahrtenleiterlehrgänge bezogen die Themen Sicherheit und Umweltschutz mit ein.

Der Umweltschutz nahm auch für den Paddler an Bedeutung zu, so wurde 1991 das Ressort Umwelt und Gewässer installiert. Seine Aufgabe war und ist der Erhalt der Gewässer für den Kanusport unter Beachtung umweltgerechter Grundsätze. Den immensen Einsatz der Ressortmitglieder auf diesem Gebiet belohnte 1995 der Umweltpreis des Bayerischen Statsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen.{rokbox title=|Deutsche Meisterschaft von 1926| }images/verband/dm1926.jpg{/rokbox}

Bei so viel persönlichem und ideelem Einsatz in allen Bereichen des Kanusports blieben auch internationale Erfolge nicht aus. Die größten sind aus der neueren Zeit der Olympiasieg im Kanuslalom 1992 in La Seu d`Urgell/Spanien durch Elisabeth Micheler (Kanu Schwaben Augsburg) und bei der Olympiade 1996 in Atlanta durch Oliver Fix (Kanu Schwaben Augsburg). 1999 gewann mit Susanne Hirt (Kanu Schwaben Augsburg) erstmals eine Sportlerin aus Bayern den Gesamt-Weltcup im Kanuslalom.

Sportlicher Höhepunkt des Jahres 1998 war die Wildwasser-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen, bei der Claudia Brokof (KK Rosenheim) als Gewinnerin der Goldmedaille im Einerkajak brillierte und zudem mit ihrer Vereinskameradin Silke Schlautmann im Mannschaftsrennen Bronze holte.

1998 für die Bayerische Kanu-Jugend ihre 25. Wildwasser-Jugendwoche durch. Viele Übungsleiter in den Vereinen fanden hier die Motivation für eigenes ehrenamtliches Engagement in den Vereinen und im Verband. Unter diesen Voraussetzungen kann der Bayerische Kanu-Verband ruhig in die nächsten 75 Jahre blicken ...

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oder bei: Uschi Zimmermann

 

Geschrieben von: Administrator am Samstag, den 18. Juli 2009 um 16:31 Uhr