Vogelkunde für Kanuten am 09.Mai 2026 mit Update

Wie gut kennt ihr euch mit den bei uns heimischen Vogelarten aus?
Kennt ihr die beiden auf den Bildern? Ein Flussregenpfeiffer und ein Flussuferläufer…

Flussuferläufer und Flussregenpfeifer kehren aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück und suchen nun im Frühling nach Brutplätzen an Flussufern mit Kiesbänken. Doch intakte, unverbaute Flussabschnitte, an denen Kiesbrüter ihre Jungen ungestört erbrüten und großziehen können, werden immer seltener. Siedlungsentwicklung, Landgewinnung und Energienutzung haben die bayerischen Flüsse in den letzten 150 Jahren stark verändert.
So ist der Flussuferläufer in Bayern mittlerweile vom Aussterben bedroht. Er ist deswegen eine vorrangige Art für ein Artenhilfsprogramm in Bayern. Der Flussregenpfeifer erreicht in der alpinen Region ebenfalls den Status „vom Aussterben bedroht“.
Für bedrohte Kiesbrüter stellen zu viele Bootsfahrer, Badegäste und Freizeitsuchende aber auch Spaziergänger mit Hunden ständige Störungen dar, die den Bruterfolg drastisch gefährden.
Wie können wir als Kanuten zum Schutz dieser Arten beitragen? Wo sind die sensiblen Bereiche? Welche Warnrufe kann ich hören?

Treffpunkt Parkplatz Hirschauer Bucht um 7:45 Uhr. Sabine Pröls vom LBV wird uns von Land aus die anwesenden Vogelarten und deren Bedürfnisse auf Kiesbänken, in Schilfzonen, Verlandungsbereichen und Flachwasserzonen näher erläutern. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Kanuten beschränkt und es fällt ein Unkostenbeitrag
von 15 € an. Dauer von 8 – 12 Uhr.
Anschließen können wir je nach Wetter, Lust und Laune noch eine Runde auf dem Chiemsee drehen.

Anmeldung:     Bettina Funk: 0173 8138843 oder
wandersport.oberbayern@kanu-bayern.de
Anmeldeschluss: 25.04.2026

Update: Vogelkunde für Kanuten – Chiemsee und Tiroler Ache

Mit diesem Titel lockte der Bezirk Oberbayern des Bayerischen Kanuverbandes trotz zu-nächst regnerischen Wetters 12 Paddler*innen aus der weiteren Region am 09.05.2026 an den Chiemsee. Treffen war am P Hirschauer Bucht und, nachdem wir von der Singdrossel empfangen worden waren, ging es zum Vogelbeobachtungsturm am Chiemsee.

Geführt wurde die Tour von Sabine Pröls vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), die uns nicht nur die Vogelwelt erklärte, sondern auch weitere Aspekte der Natur und des Umwelt-schutzes nahebrachte. Neben Schwänen, Enten, Kormoranen und Möwen waren die High-lights am Chiemsee der Flussuferläufer und ein Seeadler, später auch noch zwei Schwarz-spechte. Alle leider mit dem „normalen“ Fernglas nur schwer zu erkennen.

Weitere Vögel wie der Zilpzalp, der Fitis, verschiedene Rohrsänger und andere ließen sich nur akustisch „sichten“. Ganz nah und ohne Angst sie zu verscheuchen, gab es sibirische Iris in der Wiese zu bestaunen – trotz des exotischen Namens ein einheimisches Gewächs, das intakte Feuchtwiesen liebt.

Ortswechsel – für den zweiten Teil der Vogelbeobachtung ging es nach Mühlau an die Tiroler Ache mit ihren Kiesbänken. Ziel war es, hier die vom Aussterben bedrohten Flussuferläufer und Flussregenpfeifer zu sehen. Und mit viel Geduld bekamen wir sie auch noch vor das Fernglas, auch wenn sie durch das gesprenkelte Federkleid in den Kiesbänken gut getarnt kaum aufgefallen sind.

Bleibt als letztes noch zu klären, weshalb Vogelkunde für Kanuten ein wichtiges Thema ist: Egal ob Zahm- oder Wildwasser – wir alle bewegen uns am und im Wasser und sollten uns auch dessen bewusst sein, was für Auswirkungen dies hat. Wo halten sich insbesondere be-drohte Vögel häufig auf? Stören wir vielleicht bei der Paarung, dem Nestbau oder der Brut, wenn wir uns dem Ufer, dem Schilf oder der Kiesbank nähern? Wie reagieren die Tiere? Er-kennen wir Warnrufe rechtzeitig? Fazit: nur was ich kenne, kann ich schützen!

Mehr Informationen gibt es beim LBV oder beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU)
LBV_Kiesbrueter_Flyer_WEB.pdf
Artenhilfsprogramm Kiesbrüter - LfU Bayern 

Bericht und Fotos: bebauer

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