Expedition am Inn 1.5.-3.5.26

Juhu ein langes Wochenende, aber warum weit fahren, wenn es vor der Haustüre noch etwas zu Entdecken gibt!

Der Inn mit einer Länge von 517 km, davon allein in Bayern 217 km, ist nicht nur der größte nordalpine Zufluss zur Donau, sondern auch der wasserreichste Fluss Bayerns.
Er entspringt in den Gletscherregionen des Engadins und war in früheren Zeiten als Salzhandelsweg von besonderer Bedeutung. Trotz der starken Eingriffe mit dem Bau von 16 Staustufen weist das Inntal mit seinen Auenlandschaften auch heute noch viele besondere Tierarten und Lebensräume auf. Zwischen Gars und Mühldorf sind noch über ein Drittel der Auwälder als relativ naturnahe Bestände anzutreffen. Silberweiden und Grauerlen prägen das Bild, ebenso findet man hier den größten Restbestand des Hartholz-Auwaldes mit Eichen, Eschen, Ulmen und Bergahorn. Der nicht gestaute, also frei fließende Inn zwischen Jettenbach und Töging lässt das Paddlerherz höherschlagen. Viele Sohlrampen mit flotter Strömung, landschaftlich besonders reizvoll mit Steilwänden und Kiesbänken.
7 PaddlerInnen vom Kajak Klub Rosenheim und von der Kajakgruppe der Sektion Oberland des DAV machten sich in Langenpfunzen bei Rosenheim am Hammerbach startklar. Bei schönstem Sonnenschein gings bei flotter Strömung den Hammerbach gen Norden, dann in die Rott und schließlich in den Inn. Eine sehr ursprüngliche und naturbelassene Strecke. Am Kloster Attel vorbei bis zur Staustufe Wasserburg. Nach schweißtreibendem Umtragen gabs als Belohnung ein Eis in Wasserburg, bevor zum ersten Übernachtungsplatz beim Ruderklub Babensham gepaddelt wurde. Etwa 28km am ersten Tag. Weiterhin wunderschönes warmes Frühlingswetter am nächsten Tag auf der Strecke von Wasserburg bis Jettenbach mit insgesamt 3 Umtragestellen bei Teufelsbruck, Gars und Jettenbach. Alle gut ausgeschildert und mit gut bereiftem Bootswagen kein Problem. Wieder 28km, aber aufgrund der Staustufen viel Paddelarbeit, da wenig bis keine Strömung vor den Kraftwerken. PE-Boote sind eine gute Wahl, ebenso lange Tourenboote oder Seekajaks, um gut vorwärtszukommen. Die Strecke wunderbar einsam, nur gelegentlich trifft man auf Besiedelungen. Die Uferlinie mit Schilf und Baumbewuchs, Totholz, Kiesbänken, kleinen Sandstränden, ab und zu sieht man eine Brücke. Biber, Reiher, Graugänse, freundliche Schwäne – aber keine Menschenseele ist auf dem Wasser unterwegs, nicht mal ein Fischerboot. Grünes Wasser so weit das Auge blicken kann. Tag 3 (nur noch 5 Paddler) dann das Highlight, die unverbaute Strecke von Jettenbach bis Mühldorf, 24 km in 3 Stunden ohne Pause! Sehr abwechslungsreich mit vielen Sohlschwellen und meist guter Strömung. Pegel bei Kraiburg war 129cm und 51m3/s, weniger sollte er nicht haben. Die Sohlschwellen langsam anfahren, da bei diesem Wasserstand immer noch einige Steine zu sehen sind, und sich einen Überblick verschaffen! Eine schöne, einsame und abwechslungsreiche Tour. Zum Schluss gings mit der Bahn zurück nach Rosenheim, um die Autos zu holen.

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