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Stöberl und Hollerieth für WM qualifiziert
Augsburg. Der Deutschlandcup im Wildwassersprint auf dem Eiskanal stellte die Weichen für die kommende Saison. Er zeigte den derzeitigen Leistungsstand auf und entschied als Ranglistenrennen am Ende des zweiten Wettkampftages über die Mitgliedschaft in der A-Nationalmannschaft und die Teilnahme an den Weltmeisterschaften vom 7.-13. Juni in Sort (Spanien) und an den Junioren-Europameisterschaften vom 21.-25. Juli in Kraljewo (Serbien).
Bayerns wenige Juwele im Wildwasserrennsport kommen aus Rosenheim: Die 29-jährige amtierende Europameisterin Manuela Stöberl wird den Deutschen und damit auch Bayerischen Kanu-Verband bei der WM in den Disziplinen Classic und Sprint vertreten, Maria Hollerieth (22 Jahre) ist für die Classic-Strecke nominiert. Seit einem Jahr drücken die bayerischen Fans aber auch einem Canadier-Spezialisten die Daumen, obwohl er für die FFB Brühl fährt: Der aktuelle Deutsche Meister Normen Weber studiert und wohnt in München und ist Mitglied des ESV, also quasi schon fest eingemeindet.
Nachwuchsproblem
Die Junioren-Europameisterschaften werden 2010 ohne bayerische Teilnehmer stattfinden müssen. Was jedoch nicht bedeutet, dass es gar keinen Nachwuchs in Bayern gibt - dafür aber ein kleines Loch, bis die Hoffnungsträger (auch altersmäßig) herangewachsen sind. Der Jugendfahrer Jan Hagenkord (ESV München) platzierte sich am Samstag auf dem ausgezeichneten 2. Rang, nahm allerdings am Sonntag statt am Augsburger Sprint beim Münchner Kanutriathlon teil.
Tim Frait - noch in der Schülerklasse am Start - bewahrte mit seiner Laufzeit enge Tuchfühlung zur Spitze und war damit deutlich schneller unterwegs als sein Papa. In der Herren-Klasse kann der BKV gar nicht mehr mitreden. Thomas Hölscher (TV Passau) am Samstag auf Platz 13, am Sonntag Rang 21 für Martin Neugebauer (TV Passau), gefolgt vom Augsburger Freestyler Basti Lexa spricht mehr als Bände.
Konditionell stark
Unerwartete Konkurrenz erhielten die Wildwasserrennsportlerinnen durch Jacqueline Horn (Kanu Schwaben), frisch nominiertes Mitglied der Kanuslalom-U23-Nationalmannschaft. Sie war schon als Schülerin Abfahrtsrennen gefahren und auch schon einmal den Abfahrtssprint in Augsburg. Diesmal gab es keine Terminüberschneidungen, und so nutzte sie die Gelegenheit.
Sie zeigte sich konditionell stark, hatte aber trotz ihrer hervorragenden Streckenkenntnisse immer wieder mit kleineren Schwierigkeiten zu kämpfen. Mit Rang 5 und 9 platzierte sie sich jedoch immer noch vor den Rosenheimerinnen Lisa Frait (in ihrem ersten Jahr bei den Damen) und Francesca Peklo, die jetzt als Sportstudentin in Augsburg wohnt.
Ungewohnt
Noch ein Slalomfahrer mischte die Konkurrenz auf: Der Junioren-EM-Dritte Tobias Kargl (KKR) schaute sich die Rennen am Samstag noch als Zuschauer an, hielt aber am Sonntag mit einem 8. Platz ganz hervorragend mit.
Mutig wagte sich der Juniorenfahrer Jonas Weber (ESV München) im ungewohnten Einer-Canadier ins Rennen. Ganz so sicher wie im Kajak bewegte er sich hier noch nicht, aber fleißiges Training könnte belohnt werden.
Selektive Strecke
Der Eiskanal erwies sich wieder einmal als äußerst anspruchsvolle Rennstrecke, die mit ihrem unberechenbar pulsierenden Wasser nur die Besten ungeschoren das Ziel erreichen ließ. Gestartet wurde wie beim Olympischen Kanuslalom von 1972 noch oberhalb des Wehres. Die erste richtige Tücke offenbarte die Waschmaschine, deren Walze einige Boote nur mit Zeitverzögerung wieder freigab.
Unterhalb der Bogenbrücke fanden die Sportler/innen die zweifellos selektivste Strecke. Wer hier an den Rand der Strömung geriet, landete erbarmungslos im Kehrwasser - und so ein langes Wildwasserrennboot lässt sich nur unter großen Zeitverlusten drehen. Der knirschende Sprung über den Holzabweiser bot eine weitere (seltener und nur unfreiwillig genutzte) Variante, hier "irgendeine" Linie zu finden.
Umwerfer
Noch weniger Glück hatten diejenigen, die aus der Ideallinie zu weit nach links gerieten und sich plötzlich komplett auf dem Trockenen (dem großen Felsen an der linken Seite) wiederfanden. Als Umwerfer betätigte sich immer wieder mal Moby Dick und verhalf der Wasserrettung damit zu einigen Einsätzen. Aber auch im unteren Streckenabschnitt konnten die Sportler/innen noch viel Zeit liegen lassen.
Nur die wenigsten erreichten ihr Ziel ganz ohne Komplikationen. Eigentlich wäre das ein Grund, den anspruchsvollen Eiskanal öfter mal als Trainingslager zu nutzen ...
Ergebnisse unter www.wildwassersport.de/cms/front_content.php?idart=417
Bildergalerie (Fotos: uz):
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